Stolzenhagen (moz) Von Lea Sophie Lukas
Pommes, Schnitzel, Bratwurst oder Boulette – wenn die Touristen auf dem Campingplatz in Stolzenhagen Hunger haben, müssen sie nur ein paar Stufen erklimmen und schon stehen sie vor Karin Schröders Imbiss. „Den Campingplatz haben wir seit mehr als zehn Jahren, der Imbiss wurde 2007 eröffnet“, sagt die 54-Jährige, die nicht nur herzhafte Mahlzeiten, sonder auch Kaffee und selbstgebackenen Kuchen serviert.
Ihre Rolle als Wirtin und Campingplatzbetreiberin hat sich Karin Schröder nicht wirklich selbst ausgesucht. „Der Bürgermeister hat uns den Platz mehr oder weniger aufs Auge gedrückt, weil wir so nah dran wohnen“, sagt sie und lacht. Weil die Camper immer wieder nach Verpflegung fragten, kam irgendwann der Imbiss dazu. Unzufrieden war und ist Karin Schröder damit nicht – weil sie gerne kocht und unter Leuten ist.
Alle vier Wochen trifft sie sich mit acht weiteren Frauen aus dem Dorf zum Frühstück. Im Sommer ist ihr Imbiss der Treffpunkt, im Winter sitzen die Damen im Pfarrhaus oder in den Räumen der Feuerwehr. „Jeder bringt was mit und dann quatschen wir schon mal drei, vier Stunden“, erzählt Karin Schröder. „Ansonsten kriegt man ja gar keine Neuigkeiten aus dem Ort mit.“ Neulich haben sie darauf angestoßen, dass eine von ihnen Großmutter geworden ist. „Die Arbeit muss dann mal ein bisschen warten.“
Für Karin Schröder und ihren Lebensgefährten Eckard Zoschke bedeuten Campingplatz und Imbiss zwar viel Arbeit – ständig muss etwas repariert oder ausgebessert werden, die Lebensmitteleinkäufe und Vorbereitungen brauchen Zeit und von März bis Oktober ist der Imbiss mit Blick auf die Camper und die Hohensaaten-Friedrichsthaler-Wasserstraße täglich geöffnet. Doch das Paar freut sich über die Touristen, die auch immer neue Geschichten mitbringen. „Wir haben auch ein paar Stammgäste“, sagt Karin Schröder. „Die kommen jedes Jahr wieder.“
Zu den Menschen, von denen die Stolzenhagenerin so spricht, gehören auch Hannelore und Winfried Schneider aus Berlin. Mit ihrem Wohnmobil reisen sie an so oft es geht. „Wir lieben die Ruhe hier“, sagt Hannelore Schneider. „Das ist Natur pur und man kann wunderbare Radtouren machen.“ Mit Eckard Zoschke und Karin Schröder duzt sich das Paar. Laut und fröhlich begrüßen sich Gastgeber und Camper, nachdem das Wohnmobil mit Blick aufs Wasser geparkt wurde. „Herrlich“, sagt Winfried Schneider und verrät, was ihm außer Ruhe und Natur auch noch gefällt: „Die Leute sind nett – und es steht immer ein Bierchen kalt.“
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