Oderberg (moz) Mit fünf Nein-stimmen und sieben Enthaltungen haben sich die Stadtverordneten von Oderberg gegen die von Amt und Kreis geforderte Sanierung der Kommunalen Grundstücks- und Wohnbautengesellschaft (KGW) ausgesprochen. Amtsdirektor Rainer Schneider fürchtet, dass bei der Liquidation des Unternehmens ein erneuter Schuldenberg über die Stadt hereinbricht. Er hatte die Beschlussvorlage eingereicht. Konkret geht es um eine Ausfallbürgschaft über 812 000 Euro, die Oderberg für die KGW übernommen hat. Zins und Tilgung allein dafür liegen bei rund 93 000 Euro, einen weiteren Oderberger Kredit bedient die KGW bislang jährlich mit 77 000 Euro.
Bei einer Auflösung der Gesellschaft spreche „viel dafür“, dass es zu einem Forderungsausfall komme, heißt es in der Begründung des Beschlusses. Auch für Lunow-Stolzenhagen und Parsteinsee, ebenfalls Gesellschafter der KGW, bedient das Unternehmen derzeit Kredite. Mit ihren Stimmen sollten die Stadtverordneten ihren KGW-Vertreter beauftragen, den im Juni gefassten Gesellschafterbeschluss zur Liquidation rückgängig zu machen. Bürgermeister Roman Stähr zeigte sich erstaunt. „Oderberg hatte als letzte Gemeinde der Auflösung der KGW zugestimmt. Der Beschluss wurde einstimmig gefasst“, sagt er. Auch der Amtsdirektor sei dabei zugegen gewesen. Darum wundere es ihn, dass „ohne ein Wort mit uns zu wechseln“ nun das Gegenteil auf dem Tisch liege. Der stellvertretende Bürgermeister Martin Krüger störte sich an der Auswahl der Sanierungsunternehmen, die angefragt werden sollen.
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