Bad Freienwalde (moz) Hannelore Katzer hat ihre Forderung nach niveauvollen Saunamöglichkeiten in der Kurstadt bekräftigt. Selbst Inhaberin des Studios „Gesundheit und Pflege in Balance“ am Brunnenplatz, wünscht sie sich mehr Zusammenarbeit unter den Anbietern von Gesundheitsdienstleistungen. Für die Stadt-Werbung an der Bundesstraße 158 sollte es einen Ideenwettbewerb geben, findet sie.
Dass der Kurstadt ein Gesundheitsbad oder eine Therme fehlt, lässt sich nicht so schnell beheben. Dass man aber kaum eine niveauvolle Saunalandschaft findet, sollte nicht so bleiben. Das unterstrich jetzt erneut Hannelore Katzer, nachdem sie einen entsprechenden Diskussionsbeitrag bereits auf der kürzlichen Tourismus-Konferenz der Stadt gehalten hatte: „Es gab in der Schlosspark-Ambulanz eine Sauna aus DDR-Zeiten, die saniert werden müsste und geschlossen ist. Ein schönes Ambiente und sehr gute bauliche Voraussetzungen bot die Saunalandschaft im Hotel Eduardshof, die aber auch schon lange geschlossen ist. Die Sauna im Fitnessstudio hat kein richtiges Tauchbecken, da bleiben auch einige Wünsche hinsichtlich des Ambientes offen“, fasst Hannelore Katzer die Lage zusammen. „Ich finde, dass eine Kurstadt, die auf Gesundheitstourismus setzt, mehrere Saunen und Wellnessangebote braucht, sonst fehlt ein wichtiges Segment.“
Dieter Bosse, Chef des Hotels Eduardshof, hatte im Gespräch mit der MOZ eine Öffnung der Saunalandschaft in seinem Haus nach dem Sommer in Aussicht gestellt. Er verwies aber auf hohe Betriebskosten, die die Vorhaltung einer Trocken- und Nasssauna sowie eines großen Tauchbeckens mit allen erforderlichen Hygienemaßnahmen mit sich brächten. Das könne man im Sommer einfach nicht stemmen.
Hannelore Katzer ist selbst aktive Saunagängerin und kann es ihren Gästen – sie vermietet auch eine Ferienwohnung – nachfühlen, wenn sie ihrem gesundheitsfördernden Hobby in einer Kurstadt auch niveauvoll nachgehen wollen und dann angesichts des mangelnden Angebots gefrustet sind. „Ich empfehle ihnen dann immer die anderen Möglichkeiten, etwas für die Gesundheit zu tun, und das sind ja einige: Wandern, Radfahren, Angeln, Paddeln.“ Was aber fehle, sei ein Angebot für Kutschfahrten durch die Stadt. Man müsse sich nur mal in Urlaubsregionen wie Österreich umschauen, wie ideenreich dort die Gäste bedient werden. Da könne Bad Freienwalde noch viele Reserven erschließen.
Wenn Kurgäste mit Leiden des Bewegungsapparates kaum in die Innenstadt kämen, liege dort doch schon wieder ein lösbares Problem. Eine Kutsche könnte zwischen Kurklinik und Stadt pendeln oder mit Gästeführern Stadtrundfahrten machen. „Ich empfehle meinen Gästen auch, mal bis nach Schiffmühle zu fahren, dort umzudrehen und wieder in Richtung Stadt zu fahren, um überhaupt die wunderschöne Lage Bad Freienwaldes an den grünen Hängen wahrzunehmen. Das könnte man mit einer Kutsche noch viel besser machen“, regt Hannelore Katzer an.
In eine ähnliche Richtung hatte schon der Inhaber des Ratsstübels, Andreas Schmidt, auf der Tourismus-Konferenz gedacht: „Findet sich keiner, der eine kleine Kurstadtbahn auf die Räder stellt? Man könnte auch die in Berlin so beliebten Rikschas mal probehalber in Freienwalde fahren lassen.“ Professor Hartmut Rein vom Büro BTE hatte darauf verwiesen, dass viele Seniorengruppen mit der Bahn in die Kurstadt kämen und ein solcher Service sicher gut nachgefragt würde.
Die typischen Ferienwohnungsmieter bei Katzers sind Ehepaare mittleren Alters, die einen einwöchigen Aktivurlaub verbringen wollen. Eins käme schon zum sechsten Mal aus Erfurt, andere aus Berlin-Hellersdorf. Sie seien oft erstaunt, dass sie sich in der ältesten Kurstadt der Mark befänden. Die Kurfürstenquelle findet Hannelore Katzer deshalb noch nicht genug als Alleinstellungsmerkmal vermarktet: „Könnte nicht eine Konditorei eine Kurfürstentorte anbieten?“, greift sie den auf der Tourismuskonferenz geäußerten Vorschlag auf, die Restaurants könnten auch einen „Kurfürstenteller“ kreieren.
Ein Vorschlag liegt Hannelore Katzer aber besonders am Herzen: „Wir alle, die wir Dienstleistungen rund ums Wohlfühlen, Gesundheit und auch Tourismus anbieten, müssten enger kooperieren, besser zusammenhalten und gemeinsam agieren. Für mich fängt das hier auf dem Brunnenplatz an, der besonders Dank der Aktivitäten von Jürgen Auge schon schön gestaltet und belebt, aber eben noch zu wenig frequentiert ist. Wir sollten zusammenlegen für ein großes Banner über der Uchtenhagenstraße, um die vom Bahnhof kommenden Besucher auch auf den Brunnenplatz zu ziehen.“ Und sie scheue sich auch nicht, Kunden mit speziellen Wünschen, die sie nicht erfüllen könne, zu anderen Anbietern zu schicken: „Das Wichtigste ist doch, dass der Kunde sich gut beraten und behandelt fühlt, dann kommt er auch gerne wieder nach Bad Freienwalde.“
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