Frankfurt (Oder) (moz) Und nun der August 2010. Regenlaune nennt sich eine Band aus Frankfurt, die mit ihren Songs „nicht nur Regenlaune versprühen, sondern auch gute Laune mit anspruchsvollen deutschen Texten“, so Gitarrist Jochen „Joey“ Krüger, den Freunden der „Oderhähne“ auch als Experte für sämtliche bisher gedrehten Videos bekannt. Und Regenlaune brauchten in den 31 Tagen des gerade 24 Stunden zurückliegenden Monats August nicht nur Krüger & Band. „Denn dieser August 2010 schlägt alle Rekorde“, bestätigte gestern Frankfurts Meteorologe Hans-Joachim Knußmann unseren Eindruck. Seit 1851 wird das Wetter in Berlin aufgezeichnet, seit Anfang 1900 in Frankfurt. „Der regenreichste August wurde 1948 registriert. Damals fielen 202 Liter je Quadratmeter auf Berlin und 180 Liter Frankfurt.“ Hundert bis 150 Liter je Quadratmeter wären alle zehn bis 15 Jahre normal. „Aber das war wirklich die Ausnahme.“
Hans-Joachim Knußmann, der seine drei Wettermessgeräte in Nähe der Friedrich-Ebert-Straße, an der B112 bei Rosengarten und im Kleingärtnerverein Freude und Erholung am Damaschkeweg aufgebaut hat, maß für Frankfurt sage und schreibe 235,2 Liter je Quadratmeter. Rekord! „Normalwert für die Stadt sind 58 Liter. Wir liegen also bei 406 Prozent.“
Der Fachmann sprach vom Phänomen der Kaltlufttropfen, die für diese ungeheuerlichen Regenmassen verantwortlich waren. „Das hat nichts, aber auch gar nichts mit dem Klimawandel zu tun“, betonte Meteorologe Knußmann, der eine vierte seiner amerikanischen Wetterstationen gern auch auf dem Oderturm postieren möchte. „Die Höhe ist vor allem für die Windmessungen interessant.“
Ein Kaltlufttropfen ist ein von der polaren Kaltluftmasse und Zirkulation nach Süden abgetropfter Bereich. In Höhen von 6000 Metern steht die Kälte, vom Süden taucht Warmluft auf. Ungeheure Wassermassen ergießen sich auf begrenztem Raum.
Die Sommerbilanz des Meteorologen für Frankfurt fällt durchwachsen aus. Der Juni war mit einer Durchschnittstemperatur von 17,4 Grad normal, der Juli mit 22,0 Grad zu warm, der August mit 18,7 Grad nicht zu kalt. Und wie wird der September, der Spätsommermonat? „Die Natur beruhigt sich“, gibt Hans-Joachim Knußmann Entwarnung. Für jene, die am Wochenende in die Pilze oder in die Heide wollen, prognostiziert er leicht wechselhaftes Wetter. Der September halte „noch ein paar schöne Tage“ für uns bereit.
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