Seelow (moz) Martin Hoffmann ist froh, dass es wieder nach Hause geht, dass er seine Familie endlich wiedersieht. Seit dem 20. August war der Lübbener mit seinem Team vom Technischen Hilfswerk im Oderbruch, seit das Binnenhochwasser Keller überlaufen ließ und Felder in Seen verwandelte. Mittlerweile hätte sich die Situation im Bruch entspannt, schätzte der junge Mann gestern ein. „Obwohl von Entwarnung noch längst keine Rede sein kann.“
Die THW-Helfer aus Lübben wurden vom Seelower Ortsverband angefordert, weil sie über spezielle Technik verfügen. 5000 Kubikmeter Wasser können laut Hoffmann mit der Pumpe, die sie mitbrachten, pro Minute bewegt werden. Die Männer haben damit in den vergangenen Tagen Gräben, Gärten und Ackerflächen u.a. in Küstrin-Kietz, Neutrebbin und Bliesdorf aus- und abgepumpt und die Oderbrücher vor weiteren Schäden bewahrt. Tag und Nacht waren sie im Einsatz. Am Ende zeigte das Messgerät 56 000 Kubikmeter an. So viel Wasser haben allein die elf THW-Helfer aus Lübben abgepumpt.
Gestern nun haben sich die Spreewälder aus Seelow verabschiedet. Mit einem lachenden und weinenden Auge. „Wir sind von den Seelowern großartig versorgt worden. Sie haben uns jeden Wunsch erfüllt“, lobte Hoffmann. Für ihren engagierten Einsatz erhielten sie – wie auch ihre Seelower Kollegen – die Ehrennadel des Gewässer- und Deichverbandes Oderbruch. Geschäftsführer Martin Porath bedankte sich bei jedem Einzelnen für die Bereitschaft. „Euer Anteil, den Schaden im Oderbruch zu begrenzen, war sehr groß“, sagte Porath. „Dafür möchten wir uns mit der besonderen Auszeichnung herzlich bedanken.“ Nicht für jeden sei das Ausmaß des Binnenhochwassers sofort zu erkennen gewesen, so der GEDO-Geschäftsführer. Besonders deutlich geworden sei es hingegen auf den Luftbildern.
Neben Günter Wartenberg vom Landesumweltamt zeigte sich auch Peter Strohbach, Ortsbeauftragter des THW Seelow, bei den engagierten Helfern erkenntlich. Er übergab den Lübbener Kollegen neben einer Urkunde auch eine Bilder-CD, auf der der Einsatz der Katastrophenschützer im Oderbruch dokumentiert ist. Eine würdige Verabschiedung nach diesem nicht alltäglichen Einsatz sei mehr als richtig, sagte Strohbach zum Abschied.
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