Bad Freienwalde (moz) „Es wäre schon ein großer Gewinn für uns, wenn die Ärzte ihren Patienten den Rat geben würden, doch mal in der Kontaktstelle nach einer Selbsthilfegruppe zu fragen“, bringt Marika Kiekeben das Anliegen des diesjährigen Selbsthilfetages, den neunten im Landkreis Märkisch-Oderland, auf den Punkt. Am 18. September findet er von 9.30 bis 12.30 Uhr in den Stephanus-Werkstätten auf dem Gewerbegebiet Altranft, statt. Sein Thema ist die Kooperation zwischen Ärzten und Selbsthilfegruppen“.
Mehr als 80 Selbsthilfegruppen gibt es im Landkreis. Die meisten bilden die Diabetiker, die trockenen Alkoholiker, die Frauen nach Krebs, die Osteoporose-, die Herz und die Multiple-Sklerose-Patienten. Ärzte bringen sich bereits jetzt ein. Marika Kiekeben nennt die Internisten Dr. Christian Jensen und Dr. Thomas Müller vom Krankenhaus Märkisch-Oderland, die Vorträge über Darmkrebs, Schilddrüsenerkrankungen oder Herz- und Kreislauferkrankungen gehalten haben.
Im Vorfeld des Selbsthilfetages hat die Kontaktstelle im Freienwalder Haus der Begegnung, Ringstraße 1, Fragebögen an 42 niedergelassene Ärzte in der Region geschickt. Dort waren ihnen sechs Wünsche zum Ankreuzen vorgegeben. Das reichte von der Bereitschaft, den Infoflyer der Kontaktstelle in der Praxis auszulegen, oder der Bitte um Informationen über deren Arbeit bis hin zur Bereitschaft, selbst Vorträge vor einer Selbsthilfegruppe zu halten. „Wenn wir ihre Bedürfnisse kennen, können wir individuell darauf eingehen“, sagt Marika Kiekeben. Doch kamen seit dem Verschicken am 6. Juli nur sieben Bögen zurück. Die Ärzte hätten in der Regel eine positive Einstellung zur Selbsthilfe, doch sähen manche es auch als zusätzliche Belastung, die sie bei vollen Wartezimmern von der eigentlichen Arbeit abhalte.
Bewertungsbögen hat die Kontaktstelle auch an alle Mitglieder von Selbsthilfegruppen geschickt. „Wir wollen wissen, wie unsere Arbeit eingeschätzt wird und was wir noch besser machen können“, sagt Kathrin Schulze, die die Arbeit im Haus der Begegnung koordiniert.
Die Frauen in der Kontaktstelle hoffen auf recht viele Besucher am 18. September in den Stephanus-Werkstätten. Möglichst viele Betroffene sollten kommen, um die Möglichkeiten der Selbsthilfe kennen zu lernen. Natürlich haben sie auch die Ärzte eingeladen, sich über das Angebot von Selbsthilfegruppen zu informieren. Damit sie betreffende Patienten in ihren Praxen darauf hinweisen können – im beiderseitigen Interesse.
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