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Detlef Klementz 02.09.2010 07:53 Uhr - Aktualisiert 02.09.2010 09:44 Uhr
Red. Strausberg, strausberg-red@moz.de

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Später runter und eher hoch

(moz) Gut acht Monate nach Öffnung der Großen Straße halte sie es für an der Zeit, die Anwohner nach ersten Erfahrungen zu befragen, begründete die Bürgermeisterin ihre Einladung. In der Vergangenheit seien nämlich mehr die Gewerbetreibende gehört worden. Dass die Anwohner mehrheitlich große Probleme mit dem Durchgangsverkehr haben, hat Elke Stadeler gleich stapelweise in Briefen mitgeteilt bekommen. Sie selbst geht davon aus, dass es nach der Fertigstellung der Wriezener Straße Ende September in der Großen Straße noch enger wird, zumal dann auch der Bus wieder dort entlangfährt.

  Große Straße: Auch dort, wo nicht geparkt werden darf, sind häufig Autos abgestellt und erschweren somit den Verkehrsfluss © MOZ Gerd Markert

Dass mit der Straßenöffnung der Kundenverkehr in der Großen Straße zunehmen werde, wie die Gewerbetreibenden vorhersagten, lässt sich zumindest durch die Parktickets bislang nicht belegen. Deren Zahl ist laut Bürgermeisterin nämlich konstant geblieben. Bei den Verwarngeldern dagegen wurden rund 17 Prozent mehr ausgesprochen.Was sich daraus ableiten lässt, blieb unklar.

Die Anwohner machten aus ihrer Ablehnung der gegenwärtigen Verkehrssituation keinen Hehl. Er habe keinen ruhigen Schlaf mehr, berichtete ein Bürger. Gegen 5.45 Uhr gehe der Verkehr los. Der Lärm sei enorm. Die 20 km/h würde kaum jemand einhalten, vor allem die Kradfahrer nicht. „Wenn alle langsam fahren würden, wäre es deutlich ruhiger.

„Wenn dem so wäre“, stimmten ihm andere Strausberger zu. Aber dem sei leider nicht so. Daher forderten manche Redner mehr Polizeikontrollen, um den Rasern Einhalt zu gebieten. Die Bürgermeisterin wollte diesbezüglich keine Hoffnungen machen und verwies auf die anstehende Polizeireform. Da gehe es um Reduzierungen. Niemand solle sich daher einbilden, „dass die Polizei künftig mehr kontrollieren wird“. Der Altstadtverein hat sich darauf verständigt, große Banner über die Straße zu spannen. Darauf sollen die Verkehrsteilnehmer auf Tempo 20 hingewiesen werden. Das jedenfalls kündigte Vereinsvorsitzender Thomas Frenzel an.

In der Debatte wurde deutlich, dass ältere Bürger Angst haben, die Straße zu überqueren, ebenso Eltern mit kleinen Kindern. Auch für Radfahrer scheint die Große Straße ein schlechtes Pflaster zu sein, wie teils drastisch zu hören war. Die Straße sei dafür kaum geeignet, auf dem Bürgersteig fühlten sich die Fußgänger gefährdet.„Innerhalb der Stadtmauer sollte gar kein durchgehender Verkehr zugelassen werden“, meinte ein Anwohner. Vereinzelt wurde auch nach der „radikalsten Lösung“ gerufen – der Fußgängerzone.

Die sei aber politisch nicht durchsetzbar, sagte die Bürgermeisterin. Sie regte an, die Pollerzeiten zu verändern. So könne die Straße montags bis freitags von 8 bis 19 Uhr und sonnabends nur noch bis 14 oder 15 Uhr geöffnet werden und sonntags ganz geschlossen bleiben. Bislang ist täglich von 6 bis 20 Uhr geöffnet. Da kein Widerspruch zu hören war, wird nun ein solcher Schritt vorbereitet. Angestrebt wird dabei, dass Bau- und Hauptausschuss eine entsprechende Empfehlung für die Stadtverordnetenversammlung aussprechen.

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