Erkner (moz) Was tun, wenn man mit dem Nachbarn Ärger hat und der partout nicht einlenken will? Vielfach lässt sich solch ein Streit ohne Richter ausfechten. Die Schiedsstelle in Erkner kann da eine Hilfe sein. Pro Jahr haben die zwei Schiedsleute dort zirka 20 Anliegen zur Schlichtung auf dem Tisch.
Manfred Preis und Karen Schubert hören sich, freiwillig und unentgeltlich, die Sorgen und Problem fremder Menschen an. Denn die beiden Erkneraner sind seit Jahren – er seit 1994, sie seit 2003 – als Schiedsleute und damit ehrenamtlich als Moderatoren im Streit ohne Richter tätig. Manfred Preis ist von Hause aus Diplomingenieur für Informationselektronik, aber nicht mehr berufstätig, im Gegensatz zu Karen Schubert, der Kirchenmusikerin, die vielen auch als Kantorin der Genezareth-Gemeinde ein Begriff ist.
Zirka 20 Anliegen zur außergerichtlichen Streitschlichtung werden pro Jahr an die beiden herangetragen. „Davon landen bei uns zur Schlichtung jeweils sechs bis acht Verfahren; das andere sind – wie wir sagen – zwischen-Tür- und-Angel-Fälle, die schon mit einem kurzen Gespräch geklärt werden können oder bei denen wir sagen müssen, dass sie nicht in unsere Zuständigkeit fallen“, sagt Karen Schubert. Und Manfred Preis ergänzt: „In manchen Fällen macht sich einfach eine Anzeige erforderlich, wie etwa, als jemand uns mitteilte, dass ihm der Nachbar Fäkalien in den Garten pumpt. Auch nicht unser Tisch ist zum Beispiel Familienrecht.“ Doch im Zweifelsfall stehen die Schiedsleute für eine Konsultationen immer zur Verfügung. „Menschen, die sich an uns wenden, können sicher sein, dass ihr Anliegen nicht nach außen getragen wird. Denn wir sind – und das nehmen wir sehr ernst – zu Stillschweigen verpflichtet“, betont Karen Schubert.
Bei den Fällen, mit denen sie und Manfred Preis sich beschäftigen, handelt es sich zu einem Drittel um Straftaten, wie Verleumdung, Beleidigung und Sachbeschädigung. Zwei Drittel der Fälle sind zivilrechtlicher Art und betreffen das Nachbarschaftsrecht. Und wie hoch ist die Erfolgsquote der Schiedsleute. „In zwei von drei Fällen gelingt es uns zu schlichten, also eine außergerichtliche Einigung herbeizuführen“, sagt Manfred Preis. Für ihn, wie für Karen Schubert, ist das Ansporn, ihr Ehrenamt weiter auszuüben, auch wenn es mit allerhand Zeitaufwand verbunden ist – und das nicht nur für die Sprechstunde, sondern auch für regelmäßige Fortbildung.
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Kontakt: Manfred Preis , Tel./Fax: 03362 20783, E-Mail: preis.habermann(@)arcor.de; Karen Schubert, Tel. 03362 23940. Sprechstunde: Einmal im Monat, jeweils am 2. Donnerstag, 18 bis 19 Uhr, in der Stadthalle Erkner Mehrzweck- bzw. Schulungsraum; nach telefonischer Voranmeldung auch zu anderen Terminen.
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