Bad Freienwalde (moz) 57 Beiträge von 28 Autoren versammelt der neue Jahrgang des Heimatbuches Viadrus zwischen seinen gelben Deckeln. Es bietet Heimatgeschichtliches von Bad Freienwalde und der Region beiderseits der Oder. Am Montag wird es öffentlich vorgestellt.
Was hat der Berliner Sänger Rio Reiser mit Alt Tucheband zu tun, was die Schriftstellerin Mascha Kaléko mit Bad Freienwalde, ein Weggefährte des Tiroler Freiheitskämpfers Andreas Hofer mit Wriezen und der Ex-Fußball-Nationaltrainer Jürgen Klinsmann mit Hohenwutzen? Im zweiten Jahrgang des Heimatbuches Viadrus findet der Leser Antwort auf diese Fragen, recherchiert von einheimischen Autoren.
Hinter dem Buch stehen der promovierte Augenarzt und Hobbyhistoriker Ernst Otto Denk und der Mitarbeiter der Bad Freienwalde Tourismus GmbH Heiko Walther-Kämpfe. Letzterer sowohl als Autor und „Manager“ für viele organisatorische Aufgaben, der Arzt vor allem als Autor, aber auch Redakteur. Die Tourismus GmbH als Herausgeber finanziert den Druck vor und erhält das Geld aus dem Verkauf erstattet. „Insofern finanzieren wir uns allein aus dem Verkauf, haben keine Werbung im Buch und auch keine Sponsoren, bekommen auch kein Geld von der Stadt“, erläutert Heiko Walther-Kämpfe. Deshalb bekämen die Autoren auch lediglich zwei Exemplare als Dank für ihre Zuarbeit. Beim Erscheinen des ersten Jahrgangs habe es in der Stadt Diskussionen über die Sinnhaftigkeit einer weiteren heimatgeschichtlichen Publikation gegeben, berichtet der Geschäftsführer der Tourismus GmbH Jens Lüdecke: „Aber die Autoren sind an uns wegen einer Publikationsmöglichkeit herangetreten. Bei vielen Hobbyhistorikern reichen ja die Ergebnisse nicht für ein eigenes Buch. Ihnen wollen wir eine Plattform bieten und vor allem unseren Gästen interessanten Lesestoff über die Stadt und die Region.“
Die Autoren sind dankbar für diese Möglichkeit der Publikation. Es gebe eine regelrechte Flut an Angeboten von Geschichten um die Geschichte, die der Heimatkalender nicht mehr bewältigen habe können, sagt Ernst Otto Denk: „Das Interesse an historischen Informationen ist groß. Vom ersten Jahrgang haben wir fast 1000 Exemplare verkauft.“ Neu unter den Autoren ist Robert Ryss, ein Redakteur einer in Chojna erscheinenden Zeitung. Er schreibt über das Schicksal deutscher Friedhöfe nach dem Krieg. Auch Texte von Mascha Kaléko über Bad Freienwalde oder Günter de Bruyn und Joseph Eichendorf finden sich im zweiten Jahrgang. Sie haben alle Bezüge zur Region. Interessant sei die Entstehungsgeschichte mancher Beiträge. Da gab es einen Anruf eines ehemaligen Musikers des Orchesters von Max Beug. Daraus entstand die Geschichte über den Vater des Anrufers, der nach seiner russischen Kriegsgefangenschaft im Land Brandenburg verantwortlich für die Zulassung von Musikschulen war. Er verschaffte seinerzeit Max Beug die Lizenz zur Wiedereröffnung seiner Musikschule. Die Rekonstruktion des Teehauses in den zurückliegenden Monaten hat Ernst Otto Denk fotografisch dokumentiert und begleitet. Sie wird im neuen Viadrus nachzuvollziehen sein.
Der Augenarzt wirbt für seine Begeisterung für den Flussgott der Oder, Viadrus: „In den südlichen Ländern, aus der griechischen und römischen Mythologie, sind Flussgötter ganz selbstverständlich im Bewusstsein der Menschen. Es gibt endlose Publikationen dazu, nur über Viadrus finden Sie nichts.“ Er verweist darauf, dass eine bedeutende Schweizer Autorin das Vorwort geschrieben hat.
Öffentliche Präsentation am Montag, 6. September, 18 Uhr, im OFFI, Berliner Straße 75
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