Tornow (moz) Achim Brettin macht der viele Regen der letzten Tage unruhig und unzufrieden. Der 74-Jährige sitzt nicht gerne im Haus. Er will raus, mit den Pferden Mike und Susi aufs Feld und seinem liebsten Hobby nachgehen – der Landwirtschaft.
Achim Brettin ist der letzte aktive Bauer Tornows. „Kleinbauer“, wie er selber sagt. Ungeachtet seines Alters und derregelmäßigen Ermahnungen, die seine Frau, die drei Töchter und die beiden Schwiegersöhne in Sorge um seine Gesundheit aussprechen, bewirtschaftet er einen kleinen Teil seines Landes immer noch selbst. „Es ist nur etwa ein Hektar“, spielt er die Sache runter. Aber auch diese Fläche macht Arbeit, erfordert Kraft und Zeit – und das von einem 74-Jährigen.
„Ich glaube man hat mir Pferde in die Wiege gelegt“, sagt Brettin. Denn nur so kann er sich erklären, warum er einfach nicht davon ablassen kann, Susi und Mike vor den Pflug oder die Mähmaschine zu spannen. „Das ist meine Welt“, sagt er. „Er sollte kürzer treten“, findet seine Frau Christa.
Für sie zog Achim Brettin 1961 von Britz nach Tornow. In seinem Heimatort hatte er einige Jahre lang mit seinem Bruder die Landwirtschaft der Eltern betrieben, nachdem diese früh verstorben waren. Auch in Tornow hielt Brettin sich Pferde, arbeitete aber in der Forstwirtschaft und ging kurz nach der Wende in Rente.
Bis heute besitzt er fast 40 Hektar Wald, Wiese und Ackerland. Bis auf den einen Hektar, auf dem er Hafer, Weizen, Triticale und Kartoffeln für den Eigenbedarf anbaut, hat er alle Flächen verpachtet. Auf dem Hof in Tornow halten sich Achim und Christa Brettin aber neben den beiden Pferden noch weitere Tiere. „Meine Frau kümmert sich um die Hühner, Enten, Kaninchen und den Blumen- und Gemüsegarten“, sagt der Hobbybauer. „Ich bin für die Schweine, Pferde und den Acker verantwortlich.“
Achim Brettin will noch mindestens 80 Jahre alt werden und auch weiterhin aufs Feld gehen. „Ich fühle mich ja rüstig“, sagt er. Seine Familie sähe es dagegen gerne, wenn er das arbeitsreiche Hobby endlich einmal ruhen ließe. Aber selbst der Arzt seines Vertrauens hat ihm geraten, dran zu bleiben, solange er Spaß daran hat – eine Aufgabe und Bewegung hielten schließlich gesund und machten zufrieden.
Trotz aller Sorge um den Ehemann, Vater und Großvater – in einem Punkt freut sich Brettins Familie auch, dass das Familienoberhaupt immer noch erntet, schlachtet und deshalb auch ab und zu zum familiären Arbeitseinsatz ruft. „Es hält zusammen“, sagt seine Frau Christa. Und Achim Brettin fügt hinzu: „Wenn ich Töchter und Schwiegersöhne um Mithilfe bittet, kommen sie alle – sogar mit den Enkelkindern.“
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