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02.09.2010 19:54 Uhr - Aktualisiert 02.09.2010 20:36 Uhr

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Brennholz wird knapp im Barnim

Die lodernden Flammen geben ein schönes Farbspiel und erzeugen wohlige Wärme – heizen über einen Kamin ist „in“. Kaum noch ein privates Eigenheim, das nicht zumindest ergänzend per Kamin geheizt wird. Doch dafür braucht es Holz, und das ist – kaum zu glauben im waldreichen Brandenburg – knapp.

  Herbert Fleischer beim Holz hacken © MOZ/Sergej Scheibe

Kaminbesitzer bevorzugen nämlich Laubgehölze. Wegen des besseren Brennwertes und weil es den Kamin nicht so sehr verrußt wie das harzhaltigere Nadelholz. Daher ist bereits jetzt um das Laubholz ein „ziemlicher Kampf entbrannt“, wie Dirk Weier weiß, der als Leiter der Revierförsterei Schönwalde zuständig für Landeswald ist. „Der Holzmarkt ist sehr angespannt. Und das wird in den kommenden Jahren noch schlimmer werden“, prognostiziert er. „Der Großteil des Holzes wird gleich an die Industrie verkauft und als Bauholz oder für die Herstellung von Möbeln, Papier oder Spanplatten verwendet“, erklärt er. Durch den Umstieg in der Energiepolitik werde nun aber auch immer mehr Holz als Energielieferant gebraucht. „Dadurch kommt es zu einer weiteren Verknappung des ohnehin nicht großen Angebotes“, erklärt Weier. Die Energieindustrie streite sich dann mit der auch immer größer werdenden Gruppe der privaten Holznutzer um das ohnehin geringe Angebot. „Es gibt bereits Engpässe in der Industrie und die Firmen müssen teilweise Holz aus anderen Ländern zukaufen.“

Er schaffe es nur noch mit Mühe, die direkten Anrainer in seinem Bezirk mit zwei bis drei Raummetern Holz zu versorgen, so der Revierförster.

Die Verknappung macht sich auch am Preis bemerkbar. 20 bis 25 Euro kostet in dem von Dirk Weier betreuten Landeswald ein Raummeter Laubholz – für „Selbstwerber“, also Kunden, die das Holz im Wald selbst schlagen und abtransportieren.

Etwas komfortabler ist die Situation bei Weiers Kollegen Peter Voigt, der größtenteils Privatwald betreut. Bei ihm können Privatkunden noch Holz bekommen. Dafür gibt es zwei Varianten. „Die Kunden können Holz bekommen, das wir vorher am Wegesrand abgelegt haben, in drei Meter lange Stücke gesägt“, erzählt er. 25 Euro kostet das Holz, hauptsächlich Rubinie pro Raummeter, der übrigens 0,6 Festmetern entspricht. Auch Voigt kann eine große Nachfrage verzeichnen. „Das, was wir fertig machen, bekommen wir gut verkauft“, berichtet der Förster, der Wald um Danewitz, Tempelfelde, Grüntal, Schönfeld, Weesow, Willmersdorf, Börnicke, Löhme, Mehrow, Ahrensfelde, Lindenberg, Birkholz, Eiche und Schwanebeck betreut. Die Kunden können bei ihm anrufen und werden dann von einem Mitarbeiter eingewiesen.

Daneben besteht die Möglichkeit wie bei Weier sein Holz selbst zu schlagen. „Die Kunden bekommen ein Waldstück zugewiesen, in dem bereits Pflegemaßnahmen stattgefunden haben und wo das Holz am Boden liegt. Dort können sie es dann mit der Motorsäge klein schneiden“, erklärt Förster Voigt das Vorgehen. Einzige Bedingungen: „Wer Holz selbst schlagen will, der muss wenigstens zu zweit kommen. Alleine im Wald mit der Motorsäge arbeiten, das ist zu gefährlich“, sagt Voigt. Im Landeswald müsse man sogar einen Motorsägenschein vorlegen. Wer fertig gesägt hat, ruft den Förster an. „Ich komme dann und rechne ab“, so Voigt. Die Ackerei lohnt sich. Wer sein Holz selber schlägt, zahlt bei Förster Voigt neun Euro für Laub- und sechs für Nadelholz. Solange noch welches da ist.

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