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Ralf Loock 03.09.2010 08:28 Uhr
Red. Beeskow, beeskow-red@moz.de

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Als die Hussiten in der Mark plünderten

Müllrose (moz) Im Heimatmuseum wurde jetzt die deutsch-tschechische Sonderausstellung „Auf den Spuren der Hussiten“ eröffnet. Die Kämpfe der Aufständischen konzentrierten sich zwar auf den böhmisch-bayerischen Raum, aber ein Feldzug führte die Hussiten im Jahr 1432 sogar bis in die Mark Brandenburg. Betroffen waren auch die Städte Guben, Frankfurt (Oder), Seelow und Müllrose. Nachdem die Hussiten vergeblich versucht hatten, die reiche Handelsstadt Frankfurt zu erobern, zogen sie weiter nach Müllrose. Die Frankfurter Bürgerwehr griff die in und bei Müllrose lagernden Hussiten am 
10. April 1432 an und schlug die Kämpfer aus Böhmen vernichtend. Dabei kamen in den Flammen etwa 300 Hussiten, hauptsächlich Familienangehörige, um.

  Gewaltig: Ausstellungsgestalter Franz Grundler (r.) zeigt auf einen Morgenstern der Hussiten und erläutert dem Besucher Gerd Redmann aus Frankfurt diese Waffe. Es handelt sich bei dem Objekt um eine originalgetreue Replik. © Ralf Loock

Das Ergebnis der Kämpfe war, so erläuterte es Bürgermeister Ingomar Friebel in seiner Eröffnungsansprache, dass die Frankfurter Bürgerwehr die Stadt Müllrose anzündete. Doch dies sei alles Geschichte, betonte er.

Aber nicht nur die Einwohner des Schlaubetals können etwas lernen, auch die Ausstellungsgestalter können ihren Horizont erweitern, gestand Franz Grundler ein. Der Bayer ist einer der Hussiten-Experten und Mitautor des Begleitbuches „Hussen, Hymnen, Helden und Mythen“. Er wusste bislang über Müllrose und den Feldzug der Hussiten in den brandenburgischen Raum sehr wenig, so Franz Grundler.

Die Geschichtsschau berichtet unter anderem über Leben und Wirken des tschechischen Reformators Jan Hus. 1415 wurde er als Ketzer hingerichtet. Seine Anhänger, die sich Hussiten nannten, erhoben sich gegen die kirchlich-weltliche Macht.

Bereits bei der 750-Jahr-Feier der Stadt am Pfingstwochenende habe man das Thema Hussiten aufgegriffen, erläuterte Romy Werner vom Heimatmuseum in ihrer Ansprache. Bei der Kirche hatte man ein Feldlager aufgebaut, dort konnten sich die Festbesucher über spätmittelalterliches Leben und die Kampftechnik der Hussiten, namentlich ihre Kampfwagen, informieren. Allgemein wurde der Wunsch geäußert, dass sich auch möglichst viele Schulklassen die Ausstellung ansehen werden. Musikalisch umrahmt wurde die Eröffnung durch das Flötenspiel von Julia Haase und Katharina Pohl.

Die Sonderausstellung ist im Heimatmuseum, Kietz 5, bis 
17. Oktober zu sehen. Öffnungszeiten: dienstags bis freitags von 9 bis 16 Uhr; sonnabends, sonntags und feiertags von 10 bis 14 Uhr. Das Begleitbuch zur Ausstellung „Hussen, Hymnen, Helden, Mythen“ ist in der Schlaubetal-Information zum Preis von 
14,80 Euro erhältlich.

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