Bad Freienwalde (moz) Mit Beginn des neuen Schuljahres gibt es am Bertolt-Brecht-Gymnasium in Bad Freienwalde eine neue Austauschschülerin. Nattaradee Santiwanit, mit deutschem Kosenamen Nora, ist 17 Jahre alt und kommt aus Thailand. Nora will Deutsch studieren, um Lehrerin zu werden und als Vorbereitung auf das Studium ist sie nach Deutschland gekommen. Auch wenn die Verständigung noch etwas schwerfällt, ist Nora froh, dass sie sich für das Abenteuer Auslandsjahr entschieden hat.
„Nora hat nur einen vierwöchigen Sprachkurs gemacht. Daher ist ihr Deutsch noch nicht so gut und wir müssen uns auf Englisch verständigen“, erklärt Lehrerin Anette Lembke, die die Austauschschülerin betreut. Aber auch Nora selbst gibt mit einem verlegenen Lächeln zu, dass ihre deutsche Aussprache noch mangelhaft ist. „Deutsch ist wirklich eine schwierige Sprache, vor allem die Grammatik“, sagt Nora. Aus diesem Grund bekommt die Schülerin weniger Physik- und Chemieunterricht, dafür aber besonders viel Deutsch. „Wir überlegen sogar, ob wir sie lieber in die Deutschstunden der 7. Klassen setzen, denn in den unteren Klassen wird viel mehr Grammatik durchgenommen“, erklärt Anette Lembke.
In ihrer Klassenstufe hat Nora auch schon Freunde gefunden, die ihr bei Verständnisproblemen im Unterricht oder mit Lehrern zu Seite stehen. Aber vor allem die kulturellen Unterschiede sind für die Mitschüler aufregend. So finden sie es unter anderem überaus interessant, zu sehen, wie man ihren Namen in Thailand schreiben würde.
Doch nicht nur die Sprache, auch die Umgangsformen sind in Deutschland ganz anders. Das fällt schon bei der Begrüßung auf. Während man sich hier zu Lande mit einem legeren Händeschütteln begrüßt, legt man in Thailand die Handflächen vor der Brust gegeneinander und verbeugt sich voreinander. „Damit zollen die Jüngeren den Älteren Respekt und die Älteren können diesen Respekt erwidern“, erklärt Nora.
Und auch kulinarisch gibt es Unterschiede. Nicht nur, dass man in Thailand anstelle von Kartoffeln Reis isst. „Ich habe vor kurzem für meine Gastfamilie gekocht. Ich fand es sehr lecker, aber ihnen war es wohl doch etwas zu scharf“, so Nora.
Die 17-Jährige ist schon etwas besonderes an ihrer neuen Schule und das auch für die Lehrer. „Sie ist eine überaus nette und höfliche Person und sie mag unglaublich gerne Smarties. Die muss ich ihr immer mitbringen“, so Anette Lembke. Doch bei all der Freude besonders am Donnerstag, ihrem Geburtstag, wird Nora ihre Familie wohl sehr vermisst haben.
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