Eisenhüttenstadt (moz) Einen Spiegel, Kajal, Makeup und Lippenstift – mehr braucht der Clown des Zirkus Probst nicht. Denn James de Bianchi hat das Clown-Sein im Blut. Schon sein Vater und Großvater waren für die Späße in den Manegen der Welt zuständig.
Sein ganzes Leben hat der in Venedig geborene Solo-Künstler in der Manege verbracht. Zunächst als Jongleur und Trapezkünstler, seit sechs Jahren als Clown. „Der Zirkus ist mein Leben“, sagt der 32-Jährige. Es sei aufregend, immer in anderen Städten zu sein, immer ein neues Publikum zu begeistern. Lediglich sein Privatleben würde darunter leiden. „In diesem Beruf ist es sehr schwer, eine Frau zu finden“, sagt der junge Italiener. Noch ist die Frau an seiner Seite seine Mama, die immer mit ihm reist.
„Das ist nicht ungewöhnlich“, sagt Patrick Adolph, Pressesprecher des Zirkus Probst. „Oft ist bei italienischen Künstlern und Artisten die ganze Familie mit dabei. Und die Pasta kochende Mama sowieso.“ Auch unter den ständig zur Probst-Familie gehörenden Zirkus-Mitarbeiter gibt es Familien. Eine sogar mit einem schulpflichtigen Kind, dass für die Dauer des Aufenthalts nun eine Grundschule in Eisenhüttenstadt besucht.
Etwa 80 Städte bereist der Traditions-Zirkus in seinem 65. Jubiläumsjahr. Auf dem Programm, dass ab heute auf dem Insel-Vorplatz zu sehen ist, stehen neben Clownerie und Artistik auch Tierdressur. Seit Montag früh sind die tierischen Stars in ihren Stallungen untergebracht. Bereits seit Sonntagabend stehen die 70 Zirkuswagen und die 20 Zugmaschinen dort. Auf dem Platz ging es Montagvormittag hoch her: das Zelt wurde aufgebaut, das Orchester und die Artisten probten, die Tiere mussten ausgeladen, beschäftigt und gefüttert werden.
Lamas, Zebra, Antilopen, Kamele bis hin zu Edmund, dem Wildschwein, und einer Handvoll „Englischer Kämpfer“, einer Hühnerrasse aus der Zeit der Hahnenkämpfe, bevölkern derzeit den Eisenhüttenstädter Insel-Vorplatz. Neun Mitarbeiter des Zirkus Probst kümmern sich um die rund 100 Tiere. Zusätzlich zu den vierbeinigen Stars sind 30 Zirkus-Künstler für die Unterhaltung des Publikums zuständig: die Artisten, die Mitglieder des Orchesters, die Moderatoren und natürlich der Clown „ James Giroldini“.
Der junge Künstler tritt allerdings nicht als klassischer Clown, sondern als moderne Variante davon auf. Nicht zuletzt deshalb ist er weniger geschminkt – damit seine Mimik und Gestik, mit der er sein Publikum verzaubern und zum Lachen bringen will, besser zur Geltung kommt.
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