Manschnow (moz) Der Bauausschuss von Küstriner Vorland hat die von den Ortsvorstehern von Manschnow, Küstrin-Kietz und Gorgast durchgeführte Gewässerschau ausgewertet. Der Ausschuss empfiehlt der Gemeinde ein Sofortprogramm aufzulegen, mit dem die Abflusshindernisse beseitigt werden. Der Gewässer- und Deichverband gibt dabei die fachliche Anleitung. Ab kommender Woche soll auch der Strom in diesem Bereich gekrautet werden. Zudem fordert die Gemeinde eine deutlich bessere finanzielle Ausstattung des Deichverbandes. Dazu sollten die Wasser- und Bodenbeiträge erhöht werden.
Zur Bauausschusssitzung im Manschnower Bürgerhaus gab es am Montag nur ein Thema: das Binnenhochwasser. Neben den Ausschussmitgliedern hatten sich weitere Gemeinderatsmitglieder, Anke Winterkorn vom Bauamt sowie Martin Porath und Axel Hulitschke vom Deichverband eingefunden. Die Situation sei dramatisch wie seit vielen Jahren nicht, konstatierten die Ortsvorsteher nach den Gewässerschauen in ihren Dörfern. Einigkeit herrschte in dem Gremium darüber, dass man nicht auf die Hilfe des Landes warten, sondern in enger Zusammenarbeit mit dem Deichverband die Abflussbedingungen verbessern will. Dazu wird ein Sofortprogramm aufgestellt, das mit zunächst 10 000 Euro aus dem Gemeindehaushalt finanziert werden soll. Zur Unterstützung will die Gemeinde Mitarbeiter eines Projekts der Arbeitsinitiative Letschin einsetzen.
Astrid Bialek, Ortsvorsteherin von Küstrin-Kietz, hatte die Durchlässe und Gräben mit akutem Handlungsbedarf fotografiert. In der Rheinlandstraße sollte ein zweiter Entwässerungsgraben gebaut und einige Durchlässe unter Bahnstrecken müssten ertüchtigt werden. Es wird geprüft, die Entwässerung der Hannoverschen Straße im Zuge des Baues der Regenentwässerung der alten B1 einzubeziehen.
In Gorgast liegt ein Schwerpunkt der Vernässung im Unterdorf. Zwischen Mühlenweg und Feldstraße haben sich die Grundstücke in Seen verwandelt. „Das Wasser läuft dort in der Lehmkute zusammen, die ausgeufert ist“, erklärte Bürgermeister Bernd Korb. Für Abhilfe könnte ein Abflussgraben sorgen, der die Lehmkute mit der Alten Oder verbindet. „So etwas haben wir hier noch nicht erlebt“, erklärte gestern Irene Hanke. Ihr Grundstück am Mühlenweg steht zur Hälfte unter Wasser, und auch jetzt muss sie täglich den Keller auspumpen. Peter Voss, dessen Grundstück an die Lehmkute grenzt, ist froh, dass sein Haus keinen Keller hat. In Manschnow soll mit dem Landesbetrieb Straßenwesen versucht werden, die Entwässerung entlang der B112 so zu bauen, dass Anliegergrundstücke und der Geh-Radweg nicht mehr unter Wasser stehen. Ein größeres Problem sei der Imageschaden, den das Oderbruch durch das Binnenhochwasser erlitten habe, so Bernd Korb:. „Wer zieht denn jetzt noch her?“ Die Gemeinde fordere, die Beiträge für den GEDO so zu erhöhen, dass die Gewässerunterhaltung bezahlt werden kann. Allein im vorigen Jahr musste der Verband 300 000 Euro in anderen Bereichen erwirtschaften, um die Aufgabe erfüllen zu können, machte Martin Porath deutlich. Er verwies jedoch in punkto Beitragserhöhung auf die Diskussionen im Verbandsvorstand. Der GEDO-Geschäftsführer informierte, dass die Schöpfwerke im Oderbruch wieder arbeiten. Die Alte Oder werde im Abschnitt ab Golzow/Schmaler Strom aufwärts ab nächster Woche gekrautet.
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