Storkow (moz) Angesichts der prekären Haushaltslage werden in Storkow derzeit alle Ausgaben hinterfragt. Dazu gehört auch die Erstellung eines Gebäudekonzeptes, in dem die stadteigenen Immobilien mit Wert und Unterhaltungskosten aufgelistet sind. Erste Ergebnisse wurden im Bauausschuss vorgelegt.
Bevor er in seinen Ausführungen zu den Gebäuden kam, konfrontierte Walter Bitzer, Geschäftsführer der ewe Stadtsanierungsgesellschaft mbH, die das Gebäudekonzept erarbeitet, die Ausschussmitglieder erst einmal mit Prognosen zur Bevölkerungsentwicklung. „Im Dezember 2009 gab es in Storkow und seinen Ortsteilen 9130 Einwohner, das sind 288 weniger als im Jahre 2007“, sagte er. Laut Prognose werde die Bevölkerung in Storkow in den nächsten 20 Jahren um 1380 Einwohner zurückgehen. Wenn dies so eintrifft, gibt es hier 2030 nur noch 7750 Einwohner, deren Durchschnittsalter sich bis dahin um fast zehn Jahre auf 54 Jahre erhöht hat. Fakten, die bei den Entscheidungen, wie mit einzelnen Immobilien umgegangen wird, zu beachten sind.
Fachleute der ewe haben nun in dem Gebäudekonzept zunächst die Gemeinbedarfseinrichtungen der Stadt Storkow und ihrer Ortsteile, also Kitas, Hort, Turnhallen, Feuerwehr, Gemeindehäuser und Jugendklubs unter die Lupe genommen. „Der Wert der Feuerwehrgebäude, Jugendklubs und Gemeindehäuser in den Ortsteilen betrug zum 31. Dezember 2008 exakt 1.738 002,43 Euro“, nannte Walter Bitzer einige der Zahlen, „die Kosten für die Gebäude betrugen in dem Jahr 78 172,35 Euro“. Als Möglichkeit, hier Kosten zu sparen, wird im Konzept u.a. die Privatisierung vorgeschlagen, dort wo es die Art der Gebäude und baulichen Anlagen zulässt.
Breiter Raum wird in dem Gebäudekonzept den Kindertagesstätten gewidmet, auch vor dem Hintergrund einer Untersuchung der ehemaligen Altstadtschule als Kita-Standort. Die derzeit vorhandenen sechs Einrichtungen haben eine Kapazität von 390 Plätzen, davon sind rund 280 Plätze belegt. Laut Bedarfsplan für die Kindertagesbetreuung im LOS werde der Bedarf in den Jahren 2015 bei 262 und 2020 bei 222 Plätzen liegen. In dem Konzept werden drei Grundvarianten zur Kita-Entwicklung untersucht, wobei in jedem Falle der Erhalt des evangelischen Kindergartens und der Kita Storkower Strolche fixiert sind. Die Kita „Seepferdchen“ sei laut Gutachten nicht als Standort zu erhalten, heißt es. Wie es mit den anderen Kita-Standorten weitergeht, ist letztlich eine politische Frage, hängt auch davon ab, ob die Einrichtung einer zentrumsnahen Kita (von den Abgeordneten im Kita-Konzept genannt) gelingt. Marion Härchen vom Büro Härchen & Heyde hat vor dem Ausschuss eine Untersuchung zu Umbau und Sanierung der Altstadtschule zur Kindertagesstätte vorgelegt. Ein solches Vorhaben würde demnach insgesamt 1,6 Millionen Euro kosten, dabei wäre im Dachgeschoss noch Platz für ein Eltern-Kind-Zentrum. Die Kosten für einen Neubau hingegen betragen nach ihren Berechnungen 2,1 Millionen Euro.
Bisher ist nicht entschieden, ob die ehemalige Altstadtschule veräußert wird – Interessenten gibt es – oder ob die Stadt die Anlage selbst weiternutzen will. „Wir müssen uns fragen, was kostet es und wie wichtig ist es für die Perspektive der Stadt, das zu erhalten“, betonte der Vorsitzende des Bauausschusses Wolfgang Gräber. „Die Altstadtschule könnte ja auch die Basis für eine touristische Einrichtung sein. Es gibt hier ja ein Defizit touristischer Unterkünfte.“
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