Eisenhüttenstadt (moz) Doppelt so alt wie Eisenhüttenstadt ist die Freiwillige Feuerwehr im historischen Ortsteil Fürstenberg. An diesem Wochenende wird das 120-jährige Jubiläum des Fürstenberger Löschzugs, der nun zur Freiwilligen Feuerwehr Eisenhüttenstadt gehört, ordentlich gefeiert.
„Die Fürstenberger identifizieren sich mit ihrer Feuerwehr“, das steht für Michael Thierbach, den Chef des Löschzuges Fürstenberg, fest. Vor allem auf das historische Haus in der Heinrich-Pritzsche-Straße, an dem noch der Schriftzug „Städtische Feuerwache“ prangt, seien viele stolz. „Das ist ein sehr schönes Gebäude“, sagt Thierbach. Wenn es nach ihm ginge, sollte die Stadt daran festhalten – genau wie an den zwei Löschzügen Innenstadt und Fürstenberg. Doch über politische Entscheidungen mag Thierbach als Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr derzeit nicht nachdenken. Jetzt hat die große Jubiläumsfeier am Wochenende Priorität. Da wollen die 83 Mitglieder – 53 davon sind im Einsatz, jeweils 15 in der Altersabteilung und bei der Jugendfeuerwehr – gemeinsam mit den Eisenhüttenstädtern feiern. „Das letzte große Fest hatten wir in den 1990er-Jahren“, sagt Thierbach. Aber 120 Jahre – das sind umgerechnet etwa 43 800 Tage in Bereitschaft für den Brandschutz – verlangen geradezu nach einer ordentlichen Sause.
Am Freitagabend geht es los – gegen 18.30 Uhr soll die Geburtstagsfeier von der Bürgermeisterin eröffnet werden. Um 19 Uhr startet der Lampion- und Fackelumzug unter dem Motto „Wer bastelt den schönsten Lampion?“ Der Umzug wird laut Thierbach durch den Traditionsspielmannszug des EKO angeführt und vom Feuerwehrhaus aus durch Fürstenberg gehen. Eine nicht zu lange Strecke, die Kinder gut bewältigen können.
Ab Freitagabend hat das Domizil des Fürstenberger Löschzugs auch seine Türen für Besucher geöffnet und natürlich lädt während des Festes auch das Feuerwehr- und Technikmuseum in der direkten Nachbarschaft zu einem unentgeltlichen Rundgang ein.
Auf den Sonnabend freut sich Thierbach am meisten. Da wird es vormittags einen Technikumzug mit 15 Fahrzeugen geben. „Auch die alte Drehleiter und ein Fahrzeug aus Saarlouis sind dabei“, verrät der Löschzugführer. Wer danach Hunger verspürt, der kann sich mit einem Essen aus der Feldküche stärken, um dann die Höhenrettungsübungen zu verfolgen oder sich beim Technischen Hilfswerk und der Johanniter-Unfall-Hilfe zu informieren, bevor auf der extra aufgebauten Bühne an der Feuerwache ein buntes Programm mit Vereinen aus der Region beginnt. Krönender Abschluss des Festtages soll das Höhenfeuerwerk werden, das in der Nähe des Supermarktes gezündet wird.
Sollte es am Wochenende zu Bränden oder anderen Katastrophen kommen, ist die Eisenhüttenstädter Feuerwehr dennoch einsatzbereit, versichert Thierbach. Dann rücken nicht die sechs Fahrzeuge des Löschzuges Fürstenberg, sondern die Feuerwehrleute des Löschzuges Innenstadt aus.
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