Frankfurt (Oder) (moz) Ein Jahr vor den Weltmeisterschaften der Box-Elite in Südkorea und dem Beginn der olympischen Qualifikationswettbewerbe bringen sich auch fünf Frankfurter bei internationalen Turnieren in Stellung. Beim Test-Ländervergleich zwischen Deutschland und Polen in Stuttgart-Feuerbach (16:4) setzte sich Stefan Köber knapp mit 12:11 gegen Cezary Samelka durch. Der Schwergewichtler aus der Bundeswehr-Sportfördergruppe ging nach Erkältung konditionell etwas geschwächt in den Vergleich.
David Müller (64 kg) verlor nach vier Wochen Bundeswehr-Lehrgang das Duell mit Michal Syrowatka 8:11. „Das war für den gebürtigen Saalfelder nur als eine bessere Trainingseinheit gedacht“, zeigte Trainer Michael Stachewicz Verständnis. Die 15-köpfige Polen-Delegation übrigens ist noch bis Donnerstag Trainingslager-Gast am Frankfurter Olympiastützpunkt.
Bei diesem Länderkampf stellte der Weltverband ein neues Softwareprogramm vor. Kampfrichter hatten die Möglichkeit, das Pilot-Projekt von Swiss Timing zu testen. In einem deutsch-internen Wettbewerb setzte sich der Oderstädter Sadula Abdulai (75 kg) gegen den Stuttgarter Aznaur Gasanov mit 15:12 Punkten durch.
Beim internationalen Ungarn-Turnier nahe Debrecen erreichten sieben der acht deutsche Athleten das Finale, drei kletterten aufs höchste Treppchen: Hamsa Touba (Neuss/52 kg), Arayk Marutyan (Schwerin/64 kg) und der Dritte der U-19-WM von 2008, Abdulai. Der Frankfurter Mittelgewichtler setzte sich im Halbfinale noch mühsam gegen einen Bulgaren durch. „Im Endkampf gegen einen Slowaken allerdings boxte er sehr gut“, urteilte Bundesstützpunkt-Coach Falk Huste als Augenzeuge.
Der Deutsche Meister Marcel Schneider (56 kg) kam bis ins Finale, unterlag aber dem schnellen und aggressiven Lokalmatador. „Er blieb da unter seinen Möglichkeiten“, berichtete Huste.
Dem jungen Superschwergewichtler Eric Brechlin mangelt es noch etwas an Männer-Reife im Ring. Der Vizeweltmeister der U 19 von 2008 zeigte sich gegen den amtierenden kroatischen Jugend-Weltmeister noch nicht schnell und clever genug, ist aber nach dem Weggang von Erkan Teper (Ahlen) zu den Öhner-Profis eindeutig die deutsche Nummer 2 hinter Erik Pfeifer (TuS Lohne) im höchsten Limit.
Nach Jahren wird Frankfurt (Oder) wieder einmal Schauplatz eines großen Box-Elite-Vergleichs werden. Die deutsche Auswahl trifft am 7. Oktober (Beginn 19 Uhr) in der Brandenburghalle im Länderkampf auf Kanada. Am 27. September beginnt der DBV hier seine sportlichen Vorbereitungen, hat die niederländischen CISM-Starter als Partner eingeladen. Die Bundeswehr verzichtet aus Kostengründen auf die Entsendung einer deutschen Auswahl zur Militär-WM ab 10. Oktober in North Carolina (USA). Deshalb ist damit zu rechnen, dass alle fünf Frankfurter in der DBV-Staffel zum Einsatz kommen und im Ländervergleich ihren Heimvorteil nutzen wollen. Der Zweitvergleich mit Kanada findet am 9. Oktober in Cottbus statt.
Weitere Turniere in Ostrava, Helsinki und St. Petersburg vor den deutschen Titelkämpfen im Dezember in Oldenburg sollen bei der zielgerichteten Sichtung mit Blick auf WM und Olympia helfen, die im wahrsten Sinne des Wortes schlagkräftigste Formation zu finden.
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