Frankfurt (moz) Wie aus Kindern kleine Forscher werden und wie sie ihnen dabei helfen können, erfuhren Kita-Erzieher gestern bei einer Fachtagung im Kleist Forum. Das Bildungsministerium und die Stiftung Haus der kleinen Forscher hatten dazu eingeladen.
Mit Mikroskop und Forscherbrille: Raffael, Victoria, Heli, Jeremy und Nils (v.l.) experimentieren in der Frankfurter Kita Bambi mit Erzieherin Silke Weihs
Kinder sind von Natur aus neugierig, manche fragen den ganzen Tag lang. Woher kommt der Wind? Bekommt man zu viel Zucker wieder aus dem Kaffee? Was fressen eigentlich Regenwürmer? Auf nicht alle dieser Fragen haben Erwachsene gleich eine Antwort, wissen Eltern und Erzieher. Doch Kinder mit vorschnellen Antworten zufrieden stellen zu wollen, sei genauso falsch wie die Fragen einfach zu überhören, weil man selbst die Antwort gar nicht so genau weiß. Sagt Peter Rösner, Geschäftsführer der Stiftung Haus der kleinen Forscher, der auch als Vater eines fünfjährigen Sohnes seine Erfahrungen mit Kinderfragen gemacht hat.
Er ermuntert die Erzieher, Kindern Mut zu machen, ihre Fragen zu stellen und mit ihnen dann gemeinsam auf die Suche nach Antworten zu gehen. Denn Forschen bedeute schließlich, dass man die Natur befragt, etwas ausprobiert, um Antworten zu finden. Eine solche Atmosphäre zu schaffen, wünsche er sich in allen Kitas. Derzeit würden von den 45 000 Kindergärten in Deutschland 12 000, also etwa jeder vierte, durch die Stiftung erreicht. Und er führte den annähernd 100 Frauen und etwa einer Handvoll Männern im Saal gleich noch praktisch vor, wie mit Spaß Forschergeist geweckt wird. Denn jeder Teilnehmer hatte zu Beginn auf seinem Stuhl ein kleines Rohrstück mit Farbmarkierung gefunden. Wenn man mit der Hand auf eine der Öffnungen schlägt, erzeugt man Töne, erfuhren die Erzieher. Und wenn immer nur die auf ihr Rohr schlagen, deren Farbmarkierung angezeigt wird, ergibt das dann sogar ein Lied – in diesem Fall erklang Hänschen klein.
Staatssekretär Burkhard Jungkamp vom Bildungsministerium, das die Tagung mit organisierte, freute sich nicht nur über den musikalischen Erfolg der Runde. Er erinnerte daran, dass die Naturwissenschaften integraler Bestandteil der Allgemeinbildung seien. „Sie haben das Selbstbild der Menschen verändert, uns Wohlstand und Komfort gebracht. Sie führen aber auch dazu, viele Fragen, zum Beispiel ethische Fragen neu zu stellen. Wenn wir Menschen also auf das Leben vorbereiten wollen, brauchen sie naturwissenschaftliche Kompetenzen“, erklärte er und meinte, dass man mit deren Herausbildung früh beginnen müsse.
Bei der Tagung gab es deshalb neben den Vorträgen, zum Beispiel dem vom Chemiker und Pädagogen Dr. Salman Ansari zum Thema „Der Kopf soll lernen, was der Körper schon weiß“, auch ganz praktische Anregungen für die Erzieher, die aus ganz Ostbrandenburg zu der Veranstaltung gekommen waren. In Frankfurt nutzt bereits die Kita Bambi Material der Stiftung Haus der kleinen Forscher, um Kinder zum Beispiel anzuregen, mit Wasser oder Luft zu experimentieren. Die Industrie- und Handelskammer, so deren Vertreter Pedro Braun, unterstützt die Arbeit der Stiftung, indem sie Workshops für Erzieher organisiert. Die Termine dazu findet man auf der Internetseite der Kammer.
Kontakte und weitere Informationen: www.haus-der-kleinen-forscher.de bzw. www.ihk-ostbrandenburg.de
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