Schwedt (moz) Gute Azubis sind immer schwerer zu finden. Demografischer Wandel und schlechtere schulische Leistungen treiben den Fachkräftemangel beständig voran. Mit zwei, in der Öffentlichkeit zumeist unbekannten, Programmen versucht die Arbeitsagentur ansässige Firmen bei der Ausbildung zu unterstützen.
Teamarbeit: Bei Volker Schmidt-Roy (r.), Geschäftsführer beim Garten- und Landschaftsbau Grüner Flor, bekommen auch schlechter qualifizierte Schulabgänger eine Chance. Unterstützt wird er vom Schwedter Arbeitsvermittler Roy Pfaff.
„Diese Hilfe ist extrem wichtig für uns. Wir können vor allem an den praktischen Fertigkeiten arbeiten. Die großen Defizite liegen bei vielen Schulabgängern allerdings eher im theoretischen Teil“, so Volker Schmidt-Roy, Geschäftsführer des Schwedter Garten- und Landschaftsbau Grüner Flor, der für einen seiner beiden gerade eingestellten Lehrlinge sogenannte ausbildungsbegleitende Hilfen (abH) in Anspruch nimmt. Das bedeutet, der Azubi erhält – neben der regulären praktischen und theoretischen Ausbildung – einen sogenannten Stützunterricht, bei dem der Lehrling seine allgemeinen Defizite aufarbeiten kann. Einmal die Woche werden die Azubis dabei für einen halben Tag beim Uckermärkischen Bildungsverein in Grundlagenfächern und Allgemeinbildung geschult.
Dass das Unternehmen mittlerweile auch auf schlechter qualifizierte Auszubildende zurückgreifen muss, hat derweil einen einfachen Grund: „Hatten wir vor einigen Jahren noch 40 bis 50 Bewerbungen, sind es jetzt nur noch maximal 20. Dabei nimmt die Qualität der Bewerber stetig ab und wir müssen unsere Ansprüche stetig runterschrauben“, klagt Schmidt-Roy. Diese Einschätzung teilt der Garten- und Landschaftsbauer unter anderem mit Roy Pfaff von der Arbeitsagentur in Schwedt. „Durch diese Entwicklung gewinnt das Programm, das es immerhin schon seit einigen Jahren gibt, immer weiter an Bedeutung“, so der Experte.
Im Bereich der ausbildungsbegleitenden Hilfen gab es 2010 im Agenturbezirk Eberswalde – zudem sowohl der Landkreis Uckermark als auch der Barnim gehört – insgesamt 135 Plätze. Für den Geschäftsstellenbereich Schwedt und Angermünde sind es immerhin 27. Voraussetzung für die Hilfe ist, in irgendeiner Weise lernbeeinträchtigt oder sozial benachteiligt zu sein.
Während die ausbildungsbegleitenden Hilfen seit einiger Zeit fester – wenn auch zumeist unbekannter – Bestandteil der Ausbildungsförderung sind, geht die Agentur mit dem sogenannten Ausbildungsbonus seit 2008 noch einen Schritt weiter. Hier erhalten Arbeitgeber einen Zuschuss, wenn sie zusätzlich Jugendliche ausbilden, die gar keinen oder lediglich einen Sonderschul- oder Hauptschulabschluss erreicht haben und sich seit mindestens einem Jahr erfolglos bewerben.
Für das Ausbildungsjahr 2010/11 gab es hierfür im Agenturbezirk Eberswalde 33 Anfragen. Davon wurden bisher 12 Anträge bewilligt. Zwei davon in der Uckermark.
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