Fürstenwalde (moz) Die Stadt hat es mit Hilfe der Städtebau-Fördermittel von Bund und Land geschafft, den Wegzug aus Fürstenwalde zu bremsen – mit dem Hinweis auf diesen Erfolg wollen die Stadt und ihr großes Wohnungsunternehmen, die Wohnungswirtschaft, auf politischer Ebene darum kämpfen, auch künftig bei der Förderung berücksichtigt zu werden. Das haben der Fachbereichsleiter Stadtentwicklung, Jörg Ihlow, und Wowi-Geschäftsführer Thomas Buhl am Mittwoch bei einer Pressekonferenz betont.
Wie berichtet, hatte die Landesregierung entschieden, Fürstenwalde für nächstes Jahr bei der Städtebau-Förderung nicht zu berücksichtigen, zugleich aber die Tür offengelassen, an die Fördertöpfe zurückzukehren. Das allerdings war vor dem jüngsten Sparpaket der Bundesregierung, das vorsieht, die gesamte Städtebau-Förderung um die Hälfte zu kappen. Wenn es so kommt, wird es auch für das Land schwer, Fürstenwalde mit den Mitteln auszustatten, die aus Sicht der Kommune gebraucht werden – und mit denen die Erfolge auch erzielt worden sind.
„Jeder Euro Fördermittel löst Investitionen zwischen drei und acht Euro aus“, so Ihlow. „Die Kürzungen dürfen nicht zu einem Kahlschlag führen.“ In den Sanierungsgebieten in Mitte ist es nach seiner Darstellung eben durch die sinnvolle Verwendung der Fördermittel gelungen, die Leerstands-Quoten von 20 auf etwa 8 Prozent zu senken. Ausstehende Projekte, um die es geht, sind der Umbau des Alten Rathauses oder die Sanierung des Altstädter Platzes.
Eine neuere Bevölkerungsprognose fällt auch für Fürstenwalde günstiger aus. Demnach wird der Rückgang nicht so drastisch ausfallen wie noch vor Jahresfrist vermutet. 2030 wird es demzufolge noch 29 000 Fürstenwalder geben – 1500 mehr als zuletzt prognostiziert. „Wir haben den Bevölkerungsrückgang auf den natürlichen Anteil zurückgeführt“, sagt Ihlow – also darauf, dass mehr Menschen sterben als geboren werden. Der Wegzug ist demzufolge gestoppt.
Die Förderung, die Fürstenwalde noch brauchen würde, um die tatsächlich überzähligen Wohnungen zu beseitigen, rechnet Ihlow nach den bisherigen Konditionen auf knapp zwei Millionen Euro hoch. Bis 2020 müssten nach seiner Darstellung 700 bis 800 Wohnungen verschwinden.
Was, wenn aller Protest nichts hilft? Buhl spricht von einem „Plan B“: Ein oder zwei Gebäude könne man noch mit eigenen Mitteln „vom Markt nehmen“, sprich abreißen.
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