Strausberg (moz) Mit ihrem Beschlussentwurf hielt sich die Bürgermeisterin an ihre Ankündigung vor den Anwohnern. Statt täglich von 6 bis 20 Uhr sollen demnach die Poller montags bis freitags von 8 bis 19 Uhr und sonnabends von 8 bis 14 geöffnet werden und sonntags ganztägig geschlossen bleiben. Die Fraktion „Die Linke“ wollte es dabei allerdings nicht bewenden lassen. Ihr Ergänzungsantrag sah vor, „unverzüglich weitere verkehrsorganisatorische Maßnahmen einzuleiten“. Das Ziel: Einhaltung der festgelegten Geschwindigkeit von 20 km/h und der Parkordnung. Welche Maßnahmen genau seine Fraktion sich vorstellte, dazu wollte sich Rudolf Patzer nicht näher äußern.
„Aber genau das hätte mich sehr interessiert“, sagte die Fachgruppenleiterin Bautechnik Birgit Bärmann. Sie erinnerte an den Beschluss, der vor gut einem Jahr auf Initiative der Kooperation gefasst worden war, und der neben der Straßenöffnung mit Hilfe der Poller eben solche verkehrsorganisatorischen Maßnahmen forderte. Birgit Bärmann erinnerte an die diversen Vorschläge, die das extra beauftragte Planungsbüro unterbreitet habe, z. B. bauliche Maßnahmen und Verdichtung des Parkbereichs. An runden Tischen sei darüber debattiert worden. Letztlich seien aber nur die Blumenkübel weggeräumt worden.
Die Ausschussmehrheit hatte nicht nur mit dem Ergänzungsantrag der Linken ein Problem. Auch der ursprüngliche Entwurf traf auf Ablehnung. Steffen Schuster (offene Fraktion) befand: „Das ging alles zu schnell“. Er sah zwar den „guten Ansatz“ der Bürgermeisterin, die Vorlage sei aber „handwerklich schlecht“. Mit der Öffnung der Wriezener Straße trete nun die Realität ein. Das habe „jeder gewusst“. Wenn dann noch der Bus fahre, müsse geschaut werden, „was passiert“. So weise es ja auch der noch geltende Beschluss aus. Danach solle zum Jahresende neu überlegt werden.
Dem schloss sich der Ausschussvorsitzende Jürgen Schmitz (Offene Fraktion) an. Auf jeden Fall müsse dann den Interessen der Bürger entsprochen werden.
Zustimmung kam auch vom Gewerbeverein. Für eine Entscheidung sollten erste Erfahrungen mit der geöffneten Wriezener Straße ausgewertet werden, so Vereinsvorsitzender Thomas Frenzel.
Wolfgang Winkelmann warnte als sachkundiger Einwohner, nicht immer nur an den Symptomen herumzudoktern: „Wir lösen nicht das Problem.“ Und Hans-Jürgen Mader (die Linke) sprach sich in dem Zusammenhang dafür aus, den Ein-Richtungsverkehr wieder einzuführen.
Bürgermeisterin Elke Stadeler, nannte ihre Vorlage „eine erste Reaktion“. Sie sei vom Abstimmungsergebniss „überrascht und auch enttäuscht“. Stadeler weiter: „Mir tun die Anwohner leid“, denn von denen hätten sich eine ganze Reihe mit der Bitte um Maßnahmen gegen die Lärmbelästigung in der Großen Straße an sie gewandt. Aber die Entscheidung liege bei den Stadtverordneten. Die Bürgermeisterin kündigte an, das Thema auf der nächsten Sitzung des Hauptausschusses nochmals zur Sprache zu bringen.
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