Reichenberg (moz) „Gesundheitszentrum Thomas Müntzer“ lautet der anspruchsvolle Arbeitsname. Bis er im alten Schulgebäude inhaltlich mit Leben erfüllt werden kann, bleibt für den neuen Förderverein aber noch allerhand zu tun. Gleichwohl geht es stetig voran.
Die Gemeinnützigkeit hat der im Juni gegründete Verein schon bescheinigt bekommen, darf damit durch das Finanzamt anerkannte Spendenquittungen ausstellen. Und zwei Feinheiten in den Formulierungen der Satzung, um den amtlichen Eintrag bei Gericht abzuschließen, sind auf der jetzt fortgeführten Gründungsversammlung einmütig als Änderung beschlossen worden.
So wichtig solche bürokratischen Aspekte sind, ging es auch beim aktuellen Mitgliedertreffen aber in erster Linie um inhaltlich-praktische Fragen. So wird sich der Verein erstmals beim bevorstehenden Erntedankfest im Ort am 11. September mit einem Infostand im Foyer des Schulgebäudes öffentlich präsentieren.Gegen Spenden wird dabei auch an einem Trödel-Tisch Verschiedenes abgegeben, und mehrere Vereinsmitglieder werden im Wechsel Interessenten zu Gesprächen zu den Vorhaben zur Verfügung stehen. Enrico Barsch vom Strausberger Seniorenzentrum „Dietrich Bonhoeffer“ wird zudem als ein Vertreter der sozialen Träger Bilder und anderes Infomaterial beisteuern.
Nicht nur sein Arbeitgeber, sondern auch das Johannisstift und die Hoffnungsthaler Anstalten Lobetal, teils in Vertretung, waren zudem bei einem ersten gemeinsamen Rundgang im Objekt kürzlich mit dabei. Verein, Amtsverwaltung, diese Interessenten und eine Architektin als Expertin für Baufragen tauschten sich dabei aus. Eine erste aus dem Termin resultierende Kostenschätzung beläuft sich allein für den vorderen Gebäudeteil auf rund 1,2 Millionen Euro.
Wahrhaftig ein dicker Brocken, räumte auch die 2. Vorsitzende Käthe Roos ein, die für den verhinderten Vereinschef Oliver Haller gemeinsam mit Schatzmeister Dieter Völkel die Versammlung leitete. Allen Beteiligten müsse klar sein, dass es nur gemeinsam gehe, der Verein keineswegs selbst der Investor sein könne und ein geringer Eigenanteil bei den zu beantragenden Fördermitteln eben nur zum Tragen komme, wenn die Gemeinde als Eigentümer mit einem starken Bekenntnis mit im Boot sitze. Nur im Verbund mit der Kommune sei das geplante Gesundheits- und Lebenszentrum umsetzbar.
Derzeit wird mit der Amtsverwaltung über den Optionsvertrag verhandelt, über den der Förderverein für zwei Jahre die Vermarktung der ehemaligen Schule für den angestrebten Zweck übernähme. Gelingt es, die Partner zu finden, müssten die Betreiber/Mitnutzer später aber unbedingt langfristige Pachtverträge erhalten, betonte Käthe Roos. Denkbar seien zwölf oder 15 Jahre, vielleicht sogar Erbbaupacht. Solch wichtige Aspekte fließen auch schon in die Gespräche zum Optionsvertrag ein, und eine Berliner Anwaltskanzlei will jetzt für den Verein in Vorleistung gehen und einen Entwurf ausarbeiten, so Völkel und Roos.
Nach wie vor gilt, dass es viele gibt, die von der Grundsatzidee begeistert sind. Bei der Sozialplanerin des Kreises, mit der es in Seelow auch schon ein erstes Gespräch gab, habe man ebenfalls offene Türen eingerannt, so die 2. Vorsitzende. „Es schien, als hätte man genau auf uns mit unserer Idee gewartet“, bestätigte Völkel. Die Gesprächspartnerin habe manchen Tipp geben können und angeregt, Gesundheitserziehung, Sport und Jugendbegegnung als ergänzende Punkte mit ins derzeitige Nutzungs-/Angebotskonzept aufzunehmen.
Was ihren Hinweis auf Netzwerkbildung angeht, ist schon einiges im Fluss. Mit dem noch jungen Verein Café Konsum in Hermersdorf/Obersdorf hat es ein erstes ermutigendes Telefonat zur möglichen Kooperation gegeben.
In den Plänen des Vereins, die Gesundheitsversorgung im näheren Umfeld zu verbessern, nehmen zunächst Angebote zur Tagespflege für Kranke und Senioren eine zentrale Stellung ein. Vieles weitere ist aber vorstellbar, und manch zusätzliche Idee erhoffen sich die inzwischen 19 Aktivisten beim Erntedankfest von den Besuchern, denen ein Fragebogen präsentiert werden soll, um Wünsche und Anregungen zu erfassen.
Um 15 Dörfer ringsum mit etwa 5000 Einwohnern geht es als Projektgebiet und Einzugsbereich des künftigen Gesundheitszentrums. Obwohl beispielsweise Batzlow mit Constanze Büxler und Pritzhagen mit Martina Günther sogar bis in den Vereinsvorstand präsent sind, gelte es nicht zuletzt, den Kreis der Mitglieder weiter zu vergrößern, explizit die anderen Ortsteile der Gemeinden Märkische Höhe und Oberbarnim noch stärker einzubeziehen.
Wer Materialien für den Trödelstand des Vereins beim Erntedankfest beisteuern möchte, kann diese am Donnerstag um 18 Uhr am Gutshaus abgeben.
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