Frankfurt (moz) Die Polizei im Schutzbereich Oder-Spree/Frankfurt wird sich künftig aus der Fahrradausbildung an Schulen zurückziehen. Bislang wurden vom Bereich Prävention in 44 Grund- und fünf Förderschulen vor allem die praktischen Prüfungen organisiert und durchgeführt – freiwillig.
„Wir haben festgestellt, dass wir in unserer Arbeit neue Prioritäten setzen müssen“, begründet Detlef Gräfling, Kriminaloberkommissar und stellvertretender Leiter des Sachgebietes Prävention im Schutzbereich Oder-Spree/Frankfurt, den Rückzug aus der Fahrradausbildung von Grundschülern. Mit dem Personal- und Wachenabbau im Rahmen der landesweiten Polizeistrukturreform habe dies nur teilweise zu tun. Auch wenn die Fahrradausbildung laut Gräfling ein großer Aufwand für die vier zuständigen Mitarbeiterinnen im Bereich Prävention in den Wachenbereichen Eisenhüttenstadt, Frankfurt und Fürstenwalde sei. Diese haben sich bislang um 1863 Schüler in 85 vierten Klassen im Schutzbereich gekümmert.
Dass man das eigene Engagement zurückschrauben wird, hänge aber vor allem mit einer neuen Schwerpunktausrichtung zusammen. 2009 gab es im Schutzbereich 8439 Unfälle, sagt Detlef Gräfling. Lediglich 19 Mal seien Kinder bis 14 Jahre daran beteiligt gewesen. „Das ist ein verschwindend geringer Prozentsatz.“ Man wolle sich nun dem etwas älteren Bereich widmen, der bislang vernachlässigt worden sei, erklärt der Kriminaloberkommissar.
„Es wird aber nicht so sein, dass die Fahrradausbildung an den Schulen abgeschafft wird“, betont Detlef Gräfling. Das ginge gar nicht, denn sie sei Bestandteil des Lehrplans im Sachkundeunterricht der 4. Klassenstufe. Bislang habe die Polizei die Prüfungen, teilweise sogar die theoretische Ausbildung organisiert und durchgeführt – eine Kür, keine Pflicht. Für Ausbildung, Prüfung und Auswertung müssen fortan die Schulen allein sorgen. „Wir als Polizei ziehen uns bei der Durchführung zurück“, sagt er. Das habe man den Lehrern bei einer Konferenz in der Vorwoche bereits mitgeteilt.
Man werde die Schulen aber weiterhin beratend unterstützen – beispielsweise, wenn es um die Strecke für die praktische Prüfung gehe. Die müsse zwar nicht im öffentlichen Verkehrsraum durchgeführt werden, Detlef Gräfling hält dies aber für durchaus sinnvoll. Gefahrenstrecken würde die Polizei am Prüfungstag sogar absichern. Wie wichtig die Fahrradausbildung ist, zeigt die Durchfallquote von 17,3 Prozent im Schutzbereich. „Das ist erheblich“, findet der Kriminaloberkommissar.
Während die Radausbildung per Gesetz weitergehen muss, könnten die Fahrradwettbewerbe auf der Strecke bleiben. Auch darum wird sich die Polizei nicht mehr kümmern. „Der Aufwand und die Belastung sind zu groß“, so Gräfling. Er hofft aber, dass die Schulen da weiter Initiative zeigen. „Wir würden unterstützen, aber nicht organisieren.“
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