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Steine zum Leben erweckt


Am Biesenthaler Schlossberg gearbeitet und enthüllt: Eine der Skulpturen, die bei der 2. Werkstatt im Freien am Fuße des Biesenthaler Schlossberges geschaffen worden sind.
Am Biesenthaler Schlossberg gearbeitet und enthüllt: Eine der Skulpturen, die bei der 2. Werkstatt im Freien am Fuße des Biesenthaler Schlossberges geschaffen worden sind. © Foto: MOZ/Sergej Scheibe
Brigitte Horn / 16.10.2010, 08:40 Uhr
Biesenthal (In House) Die 2. Werkstatt im Freien fand am Freitagnachmittag mit der Enthüllung der Skulpturen ihren würdigen Abschluss. Gestaltet als deutsch-polnisches Bildhauersymposium wurden innerhalb von zehn Tagen am wildromantischen Fuß des Biesenthaler Schlossbergs und unter dem Motto „Mensch und Natur“ interessante Werke geschaffen.

Für zwei Jahre sollen die Skulpturen am Berlin-Usedeom-Fernradwanderweg in Biesenthal aufgestellt werden. Allerdings wurde bei der Enthüllung schnell klar, dass sie wohl eines geschützteren Raumes bedürfen. Darüber will Bürgermeister André Stahl mit Stadtverordneten in der kommenden Woche entscheiden. Jedes der Kunstwerke hat seine eigene Faszination, weshalb die Reihenfolge der Darstellung nicht als Rangfolge zu betrachten ist.

„Dynamische Hocke“ nannte Jerzy Kuzminski seine Skulptur. Ein Mann, bei dem der Künstler die Muskulatur besonders herausgearbeitet hat, greift sich so an den Kopf, dass man ihn bestürzt bis verzweifelt glaubt. MOZ-Kunstpreisträgerin Emerita Pansowova hingegen hat eine stehende Figur geschaffen – eine Mutter mit Kind auf dem Arm. Obwohl sie daran noch arbeiten muss, wie sie selbst sagt, spricht der in den zehn Tagen erreichte Arbeitsstand sehr an. Holz ist der Stoff aus dem Violeta Hołownia eine abstrakt symbolisierte Frau mit einem äußerst lebendig wirkenden Pferdekopf verbunden hat. Kraft und Energie soll beides ausdrücken, wobei die Herzen im Sockel der Figur aber auch demonstrieren, dass die Kraft der Frau aus der Liebe gespeist wird.

Oben auf dem kleinen Küchenberg hat Burkhard Vierus ein ganz besonderes Windspiel installiert. Einen mehrere Meter langen, gebogenen Ast hat er geglättet, daran noch eine Holzkugel befestigt und das Ganze austariert auf die Spitze eines Metallpfahles gesetzt, so dass er vom Wind bewegt werden kann. Gleich daneben steht das Werk von Klaus Storde – ein überdimensionales weitgehend naturbelassenes Brett, dass er mit zahlreichen kreisrunden, durchgehenden Öffnungen versehen hat, die an Waben erinnern.

Nicht weniger faszinierend ist die von Anne Schulz modellierte Wildschweinfigur, die aus einem Findling, der aus Danewitz stammt, besteht. Sein Platz auf einer Art Hohlweg, umgeben von noch grüner Natur mit hohen Bäumen, steigert die optische Wirkung noch. Als Organisatorin auch gefordert, konnte sie die Figur noch nicht vollenden, will dies aber in ihrem Atelier tun.

Als letzter enthüllte Lutz Kittler sein Werk. Er hat eine Schimäre geschaffen – einen Block, an dessen einem Pol sich ein Menschengesicht und an dem anderen ein Widderkopf befindet. Die Lackierung in Metallic-Grün soll den Trend der heutigen Zeit mit ihrem Glamour reflektieren.

Schirmherr Thomas Kuther, Biesenthals Altbürgermeister, der aus seiner neuen Heimat Spanien zur Enthüllung der Skulpturen ins deutlich kühlere Deutschland gekommen war, findet es begeisternd, wie die Steine zum Leben erweckt wurden. Bürgermeister André Stahl hatte eine kleine freundliche Erinnerung für jeden Beteiligten des Symposiums, einen „Biesenthaler Kräuterstrauß“, mitgebracht.

Anne Schulz, die das Symposium organisierte hatte, dankte der Stadt und dem Amt, die unbürokratisch Unterstützung geleistet haben. Auch der Landkreis habe im Rahmen seiner Möglichkeiten geholfen, war sie froh.

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