Samstag, 20. September 2014
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Jens Sell 20.10.2010 18:05 Uhr
Red. Bad Freienwalde, freienwalde-red@moz.de

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DRK führt Hausnotruf ein

Bad Freienwalde (moz) Der DRK-Kreisverband Märkisch-Oderland Ost bietet in der Kurstadt-Region jetzt auch den Hausnotruf an. Damit reagiert der Wohlfahrtsverband auf den steigenden Altersdurchschnitt der hiesigen Bevölkerung. Und auch die zunehmenden sozialen Probleme in diesem strukturschwachen Gebiet prägen die Angebote in der Eberswalder Straße: Neben der Kleiderkammer bietet das DRK jetzt auch Bücher, Spielzeug und sogar Faschingskostüme für sozial schwache Familien an. Sie müssen dafür nur eine symbolische Aufwandsentschädigung bezahlen.

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Es mögen Hunderte von perfekt genähten und gut erhaltenen Faschingskostümen sein, in deren Mitte Liane Fenske einen Harlekin-Anzug präsentiert. Der Raum im ersten Geschoss ist zugestellt mit Kleiderständern, auf denen sich Kostüm an Kostüm reiht. Auf der gleichen Etage steht Cornelia Schröder in einem Spielzimmer. Dort gibt es sogar einen mechanischen Portalkran mit Kabelfernsteuerung, Lkw, Hubschrauber und zig Kinderbücher und Kinderfilm-DVD, Plüschtiere und Kartenspiele in den Regalen. Dort können Eltern, die sich in der Kleiderkammer im Erdgeschoss nach neuen Sachen umsehen, ihre Kinder spielen lassen. Ein großer Tisch mit sechs Stühlen lädt zu Gesellschaftsspielen oder zum Schmökern ein. Cornelia Schröder betont aber, dass es eine Spielzeugtauschbörse ist. Bedürftige Eltern, die sich sonst kein neues teures Spielzeug für ihren Nachwuchs zu Weihnachten leisten können, bringen einfach das Spielzeug mit, aus dem ihre Kinder „herausgewachsen“ sind, und tauschen es gegen passendes ein. Und wenn sie in der Kleiderkammer nach hinten rechts gehen, kommen sie an ein großes Bücherregal, wo Heidi Hinz interessante Titel anzubieten hat. Auch die bekommt man, wie die Kleidung, zu einem eher symbolischen Preis. „Und die Nachfrage ist überraschend groß“, freut sich Geschäftsstellenleiterin Waltraut Heyer.

Sie leitet nicht nur die Freienwalder Geschäftsstelle, sondern auch die Abteilung Soziales des Kreisverbandes. Deshalb steckt sie mit vielen, vom Jobcenter finanzierten, Maßnahmen in solchen wichtigen Anlaufpunkten wie Kleiderkammer, Spielzeugtauschbörse, aber auch der Vermittlung von Mutter-Kind-Kuren, dem Essen auf Rädern durch den Fahrdienst, den Lehrgängen für Schwesternhelferinnen, die sich aus Hartz IV befreien wollen.

Mit der Einführung des Hausnotrufes, der dieser Tage startet, reagiert das DRK MOL Ost einerseits auf die demografische Entwicklung und andererseits auf den Wunsch vieler Menschen, ihre betagten Eltern nicht ins Heim zu geben, sondern in der angestammten Wohnung bleiben zu lassen, aber mehr Sicherheit für den Notfall zu gewährleisten. In der Geschäftsstelle haben sich Jörg Weckwerth und Rudi Pach dafür weitergebildet, die technischen Geräte an die Telefondose anzuschließen. „Der Hausnotruf kann sogar über das Sozialamt mit finanziert werden“, sagt Waltraut Heyer, doch könne sie noch keine genauen Angaben zu den Kosten machen.

Wegen Kostenbeteiligungen bei seiner Krankenkasse nachzufragen lohnt sich auch bei den Krankenfahrten, die der Fahrdienst des DRK in Freienwalde mit seinen sechs Kleinbussen – geeignet für Rollstuhlfahrer – und dem Krankentransportwagen für den Liegendtransport anbietet. Die sechs Fahrer sind teilzeitbeschäftigt und haben eine Sanitäterausbildung. Sie chauffieren zu Arztbesuchen und Dialyse- oder Chemotherapiebehandlung, machen Verlegungen innerhalb des Krankenhauses Märkisch-Oderland und fahren auch das Essen aus, das die Abnehmer für die ganze Woche tiefgekühlt zugestellt bekommen. Früher konnte das DRK Zivildienstleistende für den Fahrdienst einsetzen, doch schon mit der Senkung der Wehrdienstzeit auf neun Monate stellte sich die Frage nach der Rentabilität, wenn sie auf Kosten des Trägers den Personenbeförderungsschein machten und danach nur noch kurz Dienst versahen. Jetzt hat der DRK-Kreisverband zwar immer noch Zivi-Stellen, doch sind sie nicht mehr besetzt und praktisch bedeutungslos geworden.

Ihre Bedeutung behalten noch die Rettungsschwimmer der DRK-Wasserwacht, die jede Saison den Betrieb im Freibad sichern, jedenfalls so lange es nicht geschlossen wird. Auch das Jugendrotkreuz und der Katastrophenschutz werden von dessen Chef, Kreisbereitschaftsführer Jörg Weckwerth, geleitet.

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