Samstag, 20. Dezember 2014
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08.09.2008 05:21 Uhr

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Verabredung mit "Kaiserin Augusta"

Altlandsberg . Das Vogelscheuchenfest mit den offenen Höfen hat sich erneut als Magnet erwiesen. Mehrere tausend Menschen waren am Sonnabend in der Stadt unterwegs. Zu erleben waren beim Fest auch der Jungfernschuss der neuen Kanone und die Enthüllung des Adlers auf dem Denkmal an der Kirche.

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"Adlerhorst": Wilfried Hann enth³llt das komplettierte Denkmal f³r die im Krieg 1870/71 gefallenen Altlandsberger. Foto: GMD/Gerd Markert

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Parkplätze waren am Sonnabend rund um Altlandsberg wieder einmal Mangelware. Selbst manche Fahrradabstellplätze waren proppevoll. Aus allen Richtungen strömten Gäste in Richtung Marktplatz. Dort wurde ein buntes Programm geboten, das vom Frühschoppen über Altberliner Lieder und Tänze, Schlager und Pop bis hin zu Volksmusik mit dem ewig lächelnden Achim Mentzel reichte. Überdies öffneten in diesem Jahr mehr als 30 Familien, Vereine und Organisationen die sonst verschlossenen Türen zu ihren Höfen. Da wurde gebacken, gelesen, gesungen und erklärt, gab es Leckereien vom Grill, Kaffee und Kuchen und Getränke. Dichtes Gedränge herrschte wieder bei der Präsentation der Altlandsberger Partnerstadt Krzeszyce oder gegen Abend in der Strausberger Straße 5, wo drei Brasilianerinnen ihre knapp bekleideten Körper zu Rhythmen aus der Heimat zucken ließen. Und obwohl etwas abseits hatten auch Otto Edel und die Nutzer der "Kultur-Manufaktur" im ehemaligen Bahnhof nach eigener Auskunft "hunderte" Schaulustige bei Malerei und Keramik begrüßen können.

Über mangelndes Interesse konnte sich Julia Klussmann in den Räumen der künftigen Stadtinformation am Storchenturm nicht beklagen. Mehr als 200 Besucher hätten sich die neue Ausstellung mit Schülerzeichnungen aus den 1930er Jahren angesehen, die Amelie Theys für die Nachwelt erhalten hatte. Die Kunstpädagogin unterrichtete viele Jahre an höheren Schulen in Berlin-Neukölln und Wilmersdorf. Als Bürgerin der Stadt Altlandsberg wurde sie den Nazis in den letzten Kriegsjahren ans Messer geliefert, weil sie öffentlich über die Vernichtung jüdischer Menschen gesprochen hatte. Wahrscheinlich kam sie durch Euthanasieversuche um. Julia Klussmann musste etliche Fragen zu Bildern und Person beantworten. Die Schau läuft noch bis zum 28. September (freitags von 15 bis 18 Uhr, Wochenende von 13 bis 18 Uhr).

Ein besonderer Anziehungspunkt war die Kanonen"taufe" der Schützengilde 1845. Auf dem Schlossplatz verfolgten mehrere hundert Menschen die Zeremonie mit Justizministerin Beate Blechinger, den Bürgermeistern Arno Jaeschke und Ravindra Gujjula und Peter Heckert vom Landesschützenbund. Rund 6000 Euro haben die 25 Mitglieder mit Zuschüssen von der Stadtverordneten (500) und dem Ortsbürgermeister (1000) für den Vorderlader Kaliber 76 Millimeter aufgebracht, der den Namen "Kaiserin Augusta" erhielt. Wie der Orden, der 1878 an die Gilde verliehen wurde und den der 1. Hauptmann Bernd Graminsky von seinem Vater übernommen hat. Olaf Graminsky (42) zündete den Jungfernschuss. Geböllert werden soll künftig zu Festen und offiziellen Anlässen - auch in den Ortsteilen, kündigte "Oberkanonier" Meinhard Wobser an.

Am Vorabend des Scheuchenfestes war auf dem Kirchplatz bereits der Adler wieder auf das Denkmal für die im deutsch-französischen Krieg 1870/71 gefallenen "Söhne Altlandsbergs", so Arno Jaeschke, aufgesetzt worden. Zu DDR-Zeiten war das Original von der um 1900 errichteten Stele verschwunden. 2007 hatte die Berliner Firma Steinhof-Restaurierung bereits Fundament und Säule saniert. Der Adler wurde einer alten Postkarte nachempfunden und in der Gießerei Hann in Wegendorf gegossen. Eigentlich lehne er Militaria ab, so Wilfried Hann, aber dies sei ein "Grenzfall". Es handele sich ja nicht um ein Objekt der Verherrlichung Preußens, sondern einen Ort des Gedenkens an Gefallene, was er auf die aller Nationen ausweitete.

Sieger der Wettbewerbe:

l Schönste Scheuche: 1. Tobias Brede, 2. Heimatverein, 3. Annegrit und Frederike Orlob

l Traktorziehen: 1. Flensburger Punktesammler, 2. Kuskus Dreschmäher, 3. Krzeszyce

l Schönste Vorgärten: 1. Fam. Müller, Lindenstr., 2. Fam. Heckel, Am Winkel, 3. Fam. Reimann, Beethovenstr.

l Altlandsberg-Quiz: 1. Ronny Burkhardt, 2. Thorsten Peper, 3. Bernd Sander

l Geldsackschätzen: Regina Ebersbach, Strausberg

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Neueste Kommentare

20.12.2014 00:37:30 Sepp Träthner

Der Schein kann aber auch trügen...

19.12.2014 23:54:57 Rotlackiert

@Gerald Winkler

19.12.2014 23:45:52 Gerald Winkler

@ Beleidigter

19.12.2014 23:42:17 Rotlackiert

@Gerald Winkler

19.12.2014 23:35:17 Haertwig

@Der Hellwache

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