Strausberg/Erkner (moz) Kunden des Wasserverbands Strausberg-Erkner (WSE) müssen ab dem kommenden Jahr für Schmutzwasser weniger bezahlen. Die Verbandsversammlung hat eine Gebührensenkung um 23 Cent pro Kubikmeter beschlossen. Außerdem ging es noch einmal um das Thema Altanschließerbeiträge.
„Das ist doch mal was Positives“, bemerkte der WSE-Verbandsvorsteher Henner Haferkorn schon vor Sitzungbeginn. Denn während beispielsweise Krankenkassen die Beiträge erhöhen, Stromversorger Preissteigerungen angekündigt haben und auch die Kraftstoffpreise gerade wieder am Klettern sind, schwimmt der WSE gegen den Strom. Wie der kaufmännische Leiter Gerd Windisch darlegte, rechnet der WSE 2010 und in den Folgejahren mit positiven Abschlüssen von jeweils gut zwei Millionen Euro. Sowohl ein gutes Kostenmanagement als auch ein verringerter Zinsaufwand hätten dazu beigetragen. Deshalb könne die Mengengebühr nunmehr von 3,35 Euro auf 3,12 Euro pro Kubikmeter Schmutzwasser gesenkt werden. Das entspreche einer Entlastung der Kunden um rund 1,3 Millionen Euro pro Jahr. Die Änderung der Gebührensatzung wurde einstimmig bestätigt.
In den nächsten Jahren könnten die Gebühren weiter sinken. Hintergrund sind die Altanschließerbeiträge, die der WSE ab 2011 kassieren wird. Muss, so Haferkorn. Denn nach Gesetzeslage und Gerichtsentscheiden komme der Verband nicht umhin, von all jenen, deren Grundstücke schon vor der Wende ans Abwassernetz angeschlossen waren, Beiträge in gleicher Höhe zu verlangen wie bei Neuanschließern nach der Wende. In den ersten Monaten 2011 würden Kommunen, Wohnungsvermieter und Großbetriebe ihre Bescheide erhalten. Spätestens im November werde jeder der rund 3000 betroffenen Kunden den Bescheid haben.
Fredersdorf-Vogelsdorfs Bürgermeister Uwe Klett (Linke) schlug vor, das Verschicken bis März auszusetzen, da in der Landespolitik noch Gespräche liefen. Haferkorn wollte eine Verschiebung „nicht verantworten“ und bekam Rückendeckung von Kommunen, wie Hoppegarten oder Grünheide. Den Hauptanteil der insgesamt rund 22 Millionen Euro müssen die Strausberger mit fast 15 Millionen Euro schultern, Erkner und Rüdersdorf sind mit jeweils gut zwei Millionen im Boot. „Die 15 Millionen werden Konsequenzen haben. Es sind massiv auch Bundesbehörden betroffen. Vielleicht schafft das eine andere Sicht“, sagte Strausbergs Bürgermeisterin Elke Stadeler. Windisch verwies indes darauf, dass Neukunden bereits 160 Millionen Euro gezahlt hätten. Mit den zusätzlichen Einnahmen könnten weitere Gebührensenkungen erfolgen. Das Potenzial liegt, laut WSE, bei 30 Cent je Kubikmeter. Das entspreche knapp elf Euro pro Einwohner und Jahr, und nach 13 Jahren wären die 22 Millionen wieder an die Kunden zurückgegeben.
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