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Tugenden und Innovationen

Auch der Nachwuchs gratulierte: Kreishandwerksmeister Norbert Wunsch begrüßt die beiden Hamburger Wandergesellen Zimmermann Malte Gehlhorn und Tischler Fabian Knöpfel (v.l.).
Auch der Nachwuchs gratulierte: Kreishandwerksmeister Norbert Wunsch begrüßt die beiden Hamburger Wandergesellen Zimmermann Malte Gehlhorn und Tischler Fabian Knöpfel (v.l.). © Foto: moz
Hubertus Rößler / 13.01.2011, 08:16 Uhr
Fürstenwalde (In House) „Was wäre das Leben ohne das Handwerk?“ Mit dieser Frage endet der Filmbeitrag, der den Gästen zu Beginn des Geburtstagsempfangs am Mittwoch vorgespielt wurde. In dem dreiminütigen Einspieler gerät die moderne Welt plötzlich aus den Fugen, alle Bauwerke und Konstruktionen fallen in sich zusammen. „Mit diesem Imagefilm des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks soll verdeutlicht werden, wie elementar wichtig das Handwerk ist“, erklärte Kreishandwerksmeister Norbert Wunsch.

Die Wahrnehmung des Handwerks in der Bevölkerung zu verbessern, müsse das Hauptanliegen aller Anwesenden sein, meinte Wunsch weiter. Er forderte, sich wieder auf altbewährte Tugenden zu besinnen. „Der Handwerker ist freundlich, fleißig und sorgfältig. Außerdem steht Kontinuität und Kundennähe im Vordergrund.“

Die Kreishandwerkerschaft Oder-Spree wurde 1991 aus der Taufe gehoben. „Damals hatten wir mit unzähligen Neugründungen und Privatisierungen eine Anfangseuphorie, die längst einem Realitätssinn gewichen ist“, sagte Axel Dobrowolski rückblickend. Er steht der Vereinigung seit 1994 als Geschäftsführer vor und weiß, wie schwer es derzeit für Betriebe ist, sich auf dem Markt zu etablieren.

Auch die Handwerkerschaft habe es mittlerweile schwer, Betriebe für die Mitgliedschaft zu gewinnen. „Ein junger Selbstständiger will heutzutage genau wissen, was ihn das kostet und welche Vorteile er davon hat“, sagte Dobrowolski. Er hält es dennoch für wichtig, dass sich Handwerker in den Innungen zusammenzuschließen. „Neben dem Austausch untereinander bieten wir beispielsweise regelmäßige Fachvorträge und Weiterbildungen. Um jungen Menschen den Einstieg ins Handwerk wieder schmackhaft zu machen, müsse man den Berufsstand noch attraktiver gestalten, meinte der Geschäftsführer weiter.

Auch der Nachwuchs gehörte zu den Gratulanten: Die zwei Wandergesellen Zimmermann Malte Gehlhorn und Tischler Fabian Knöpfel wünschten viel Glück und baten in ihrem „Schnack“ gleichzeitig um ein wenig Unterstützung für ihre „fixe Tippelei“.

Landrat Manfred Zalenga erzählte, dass er bei Touren durch Deutschland immer stolz sei, wenn er Autos von Handwerkerfirmen aus seinem Landkreis sieht. Er forderte die Anwesenden gleichzeitig auf, sich auch künftig für ihre Gewerke zu engagieren. „Das Handwerk bewegt sich zwischen Tradition und vielen Innovationen.“

Ebenfalls stolz auf die einheimischen Betriebe zeigte sich Fürstenwaldes Bürgermeister Hans-Ulrich Hengst. „Unsere Stadt wird nicht nur durch die großen Unternehmen geprägt. Den Reiz machen auch die vielen kleinen und mittleren Handwerksbetriebe aus.“ Er weiß um die vielen Herausforderungen, die es momentan in der Branche zu bewältigen gilt. „Nach der Wirtschaftskrise kommt nun der Wettbewerb mit unseren europäischen Nachbarn. Zudem müssen wir dem Fachkräftemangel entgegentreten.“ Er betonte, dass die Kreishandwerkerschaft auch in schwierigen Zeiten den Zusammenhalt der Betriebe gestärkt und ihnen Sicherheit und Unterstützung gegeben habe. „Tipps von echten Experten sind gerade in diesen Zeiten von unschätzbarem Wert.“

Die Kreishandwerkerschaft Oder-Spree hat am Mittwoch im Bürgerhaus „Fürstenwalder Hof“ ihr 20-jähriges Bestehen gefeiert. Unter den Gästen weilten neben den Obermeistern der Innungen auch Geschäftspartner, Mitglieder, Ehrenamtsträger sowie Vertreter aus der Politik. Landrat Manfred Zalenga würdigte in seiner Rede die Tradition des Handwerks und forderte gleichzeitig die Anwesenden auf, sich für die Zukunft der einzelnen Gewerke zu engagieren. Fürstenwaldes Bürgermeister Hans-Ulrich Hengst lobte die Innungen als starkes Bindeglied der einzelnen Betriebe.

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