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Michael Dietrich 09.02.2011 21:06 Uhr
Red. Uckermark, schwedt-red@moz.de

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Bürger fordern ernsthaften Dialog

Schwedt (moz) 92 Gäste – so stark besucht war der Bauausschuss noch nie. Die Bürger forderten Antworten und Stellungnahmen von der Stadt und den Technischen Werken. Sie sparten nicht mit Kritik, nannten den Umgang mit Waldbad und Walross herzlos und forderten, bei weiteren Planungen ernsthaft beteiligt zu werden. Bürgermeister Jürgen Polzehl versprach den Dialog mit den Bürgern und Transparenz im weiteren Verfahren.

Zwei Stunden dauerte die Behandlung der Themen Waldbad-Abriss und Aquarium-Ausbau. Dabei standen sie gar nicht auf der Tagesordnung. Ausschussvorsitzender Thomas Tenner jedoch ließ die Bürgerfragestunde, per Satzung auf 30 Minuten begrenzt, gegen den Rat der Verwaltung weiter laufen.

Mit einem Plädoyer für Glaubwürdigkeit von Politik und ehrlichem Interesse am Dialog eröffnete Bürgermeister Jürgen Polzehl die Debatte. Er widersprach Gerüchten um eine längst feststehende Nachnutzung des Waldbad-Geländes. „Die Aktion war kein Deal“, beteuerte er und versprach, im weiteren Verfahren einen transparenten und offenen Dialog mit den Bürgern.

Zwischenrufe begleiteten die Antworten von Helmut Preuße, Geschäftsführer der Technischen Werke, und Stadtplaner Frank Hein auf unzählige Bürgerfragen. Vor allem das Thema Lärmschutz brachte die Bürger aus der Siedlung neben dem Aquarium in Wallung. Andere bissen sich am Thema Waldbad-Abriss fest, ob das wirklich so Knall auf Fall nötig war, insistierte die Bürgeriniative. Bürgermeister Polzehl hatte eingeräumt, dass diese Aktion die schon beendet geglaubte Aufregung um den Waldbad-Abriss wieder heiß entfacht hatte. Die Antwort blieben er und Helmut Preuße den Bürgern jedoch schuldig.

Mehrere Redner äußerten Zweifel über wirklich ernsthafte Bürgerbeteiligung: „Egal was hier geredet wird, Sie vertrösten uns nur und beschließen doch für sich, was sie wollen“, rief eine Frau. Von den Bürgern wurden aber auch Vorschläge und viele Fragen, die auf bessere Lösungen abzielten, geäußert. Das betraf die Standortsuche für das Walross genau so wie die Suche nach Alternativen für den Volleyball-Court im Aquarium-Außengelände. Helmut Preuße und Jürgen Polzehl versicherten, dass diese Planungen mit den Bürgerinitativen gemeinsam beraten werden.

Eine mitreißende Klage über den herzlosen Umgang der Stadt mit dem Waldbad und dem Walross äußerte Karla Heinze vom Leipa-Seniorenverein. „Es tut mir in der Seele weh, dieses planlose Durcheinander.“ Sie könne nicht verstehen, dass man nicht in Ruhe und mit Bedacht nach Lösungen suche, stattdessen einfach abreißen wollte. Mehrere Sprecher erklärten ihre Bereitschaft, die Rettung des Walrosses zu unterstützen.

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