Beeskow (moz) Tausendfach haben sich gestern Abend in Beeskow Lichter des Protestes gegen die CCS-Technologie entzündet. Menschen der Region nahmen an einem flammenden Protestmarsch teil und kamen auf dem Markt zu einer Demonstration zusammen. Gospelsinger der Kirchengemeinde Buckow/Glienicke unter Leitung von Pfarrer Gerd Linden begleiteten die Demonstration, die mit 350 Glockenschlägen von St. Marien eindrucksvoll beendet wurde.
„Wir wollen in der Erde keinen Müll“, sang der Glienicker Gospelchor und viele stimmten mit ein. Gegen 18 Uhr waren die vier Fackelzüge, die sich von verschiedenen Stadteingängen – Lübbener Bahnhof, Storkower Straße, Frankfurter Chaussee und Bahrensdorf – auf den Weg gemacht hatten, auf dem Marktplatz eingetroffen. Der erstrahlte im Lichtermeer, die kurzen Statements der Akteure der Veranstaltung wurden mit Applaus, Trillerpfeifen und Rasseln begleitet.
Bürgermeister Frank Steffen zeigte sich überwältigt von der Resonanz. „Das zeigt mir, dass Ihnen unsere Heimat wichtig ist. Wir wollen weder hier noch anderswo eine CO2-Deponie“, rief er den Leuten zu. Er wie Udo Schulze von der Beeskower Bürgerinitiative „CO2-Endlager stoppen“ ermunterte die Anwesenden, durchzuhalten im Kampf um die Wende zu einer anderen Energiepolitik. Nur eine Rebellion der Bürger schütze „vor dieser Idiotie“ und stärke die Bürgermeister der betroffenen Kommunen, betonte Ulf Michael Stumpe von der Bürgerinitiative Oderbruch, die mit etwa 50 Protestierenden angereist war.
Und Udo Schulze rief in die Menge: „Wir werden CCS in Brandenburg verhindern.“ Viele Demonstranten hatten sich nicht nur mit Fackeln ausgestattet, sie trugen auch Plakate mit sich. Als „Gevatter Tod“ hatte sich Gottfried Haby aus Neuendorf verkleidet: „Ich habe Angst um die Menschen, die nach mir kommen“, sagte er. Unter den Demonstranten befanden sich auch eine Gruppe linker Jugendlicher aus Storkow und Senioren aus Berlin, die schon an Aktionen gegen Atomkraft beteiligt waren, und viel Beeskower Lokalprominenz, darunter der Leiter des Gymnasiums Klaus-Jürgen Teichert: „Unsere Jugend braucht hier eine Perspektive.“
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