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Viola Petersson 23.03.2011 07:00 Uhr
Red. Eberswalde, eberswalde-red@moz.de

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Vision vom Jahrhundert-Korso

Niederfinow (moz) 2014 wird für die Schifffahrt ein Jahr der Superlative. Mit zwei Jubiläen, 100 Jahre Oder-Havel-Kanal und 80. Geburtstag des alten Hebewerkes, sowie der Eröffnung des neuen Fahrstuhls treffen Vergangenheit und Zukunft aufeinander. Der Förderverein Schiffshebewerke Niederfinow plant aus diesem Anlass einen Jahrhundert-Korso.

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Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus. Andreas Kage, Vorsitzender des Fördervereins Schiffshebewerke Niederfinow, und sein kleines Team arbeiten deshalb schon seit 2008 an der Konzeption für das Jubiläumsjahr. Am Montagnachmittag stellte er während einer Pressekonferenz seine Vision vor. Der Verein plant einen Jahrhundert-Korso.

Richttermin sei das Wochenende um den 17. Juni 2014. Denn am 17. Juni 1914 war der Großschifffahrtsweg Berlin – Stettin, auch als Hohenzollernkanal bekannt, offiziell für den Verkehr freigegeben worden, und zwar mit einem Korso. An dieser historischen „Vorlage“ orientiert sich der Verein auch bei der Organisation der Ausgabe 2014. An der Schaufahrt könnten und sollten sich Wasserfahrzeuge aller Art beteiligen, warb Kage schon mal. Von Booten der Sportschifffahrt über Schleppzüge der modernen Binnenschifffahrt, die Eisbrecherflotte des Wasser- und Schifffahrtsamtes, Boote der Wasserschutzpolizei, Ausflugsdampfer bis hin eben zu historischen Schiffen.

Darüber hinaus sollen in den Anrainerkommunen der Havel-Oder-Wasserstraße Festveranstaltungen stattfinden und die Besucher zum Verweilen einladen. Kontakt hat Kage zu Berlin-Spandau, Eberswalde, Schwedt und Oranienburg aufgenommen. Gespräche mit Kommunalpolitikern Stettins sollen folgen. Hauptaktionsort sei natürlich Niederfinow, wo 2014 das neue, moderne Schiffshebewerk in Betrieb gehen wird, so Kage.

Dem Projekt sei aber nur Erfolg beschieden, wenn es „ganz hoch“ angebunden ist, ist der Vereinsvorsitzende aus Eberswalde überzeugt. Deshalb hat er bereits den Bundespräsidenten eingeladen. Der habe zwar mit dem Hinweis darauf, dass er kein Geld für solcherlei Veranstaltungen habe, die Einladung an die Bundeskanzlerin Angela Merkel weitergeleitet. Eine Antwort stehe aus. Doch von derartigen Rückschlägen lässt sich Kage nicht entmutigen. Er träumt von einem Flaggschiff mit höchsten Regierungsvertretern, das den Korso von Berlin-Spandau nach Stettin anführt.

Während im Kanzleramt offensichtlich noch Klärungsbedarf besteht, ist für die Oderstadt Schwedt der Termin 2014 gesetzt. Bürgermeister Jürgen Polzehl sicherte jedenfalls die Bereitschaft, an den Jubiläumsfeierlichkeiten mitzuwirken, zu. Schließlich habe sich Schwedt in den vergangenen Jahren verstärkt auf die Lage am Wasser konzentriert. Polzehl verwies u. a. auf die Sanierung des östlichen und des westlichen Bollwerks und auf die Freilichtbühne der Uckermärkischen Bühnen, die jüngst direkt am Wasser entstanden ist. Ein vereinsbetriebenes Wassersportzentrum soll als Wasser- und Tourismuszentrum in den nächsten Jahren ausgebaut werden. „Die Schwedter Bürger und ihre Gäste feiern gern am Wasser“, so der Bürgermeister. Aus seiner Sicht würde sich deshalb eine Kombination mit dem Mittsommernachtsfest anbieten. „Dieses feiern wir jährlich zur Sommersonnenwende um den 21. Juni jeweils am Freitag“, erklärte das Stadtoberhaupt. Aktionen wie die Spaßregatta oder das Drachenbootrennen würden einfach perfekt zum Jubiläum passen. „Seit dem Brandenburgtag 2010 haben wir hier vor Ort auch ein originalgetreu nachgebautes Slawenboot liegen“, was ebenfalls einsatzbereit sei.

Im Kalender vorgemerkt hat ebenso die Stadt Eberswalde das Jubiläum. „Wasser ist für Eberswalde ein wichtiges Thema“, erklärte Ronald Thiel, Leiter des Amtes für Wirtschaftförderung und Tourismus. Immerhin kreuzen gleich zwei Wasserstraßen die Stadt: der Oder-Havel-Kanal und der Finowkanal. „Ich wünsche mir eine Verzahnung mit der Gemeinde Schorfheide“, so Thiel. Ferner sollte es natürlich Absprachen mit der kreislichen Tourismusgesellschaft WITO geben. Man sei zwar noch nicht in der Feinplanung, aber: „Auf alle Fälle sollte der Barnim Flagge zeigen“, erklärte Thiel.

Mit Blick auf das große Jubiläum hat der Verein eine Ausstellung erarbeitet, die ab sofort im Hotel am Schiffshebewerk in Niederfinow zu sehen ist.

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