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Sven Klamann 17.04.2011 17:04 Uhr - Aktualisiert 17.04.2011 17:05 Uhr
Red. Eberswalde, eberswalde-red@moz.de

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Zustimmung zu Amadeu-Antonio-Straße

Eberswalde (moz) 20 Jahre und fast fünf Monate ist es her, dass der aus Angola stammende Vertragsarbeiter Amadeu Antonio in Eberswalde zu Tode geprügelt wurde. Jetzt stößt eine Initiative, eine Straße nach ihm zu benennen, in der Barnimer Kreisstadt offene Türen auf.

„Wenn es nicht zu dieser allein rassistisch motivierten Gewalttat gekommen wäre, hätte Amadeu Antonio am 12. August 2012 seinen 50. Geburtstag feiern können“, sagt Dieter Gadischke, Jugendwart der evangelischen Kirche im Barnim und Sprecher der Kampagne „Light me Amadeu“ („Entzünde mich Amadeu“).

Die Kampagne hat damit begonnen, Unterschriften für eine Amadeu-Antonio-Straße in Eberswalde zu sammeln. Noch immer werde die Stadt mit dem Verbrechen an dem dunkelhäutigen Vertragsarbeiter verbunden. In Eberswalde hätten zivilgesellschaftlich Aktive und politisch Verantwortliche auf die Gewalttat aber nicht mit Totschweigen und Bagatellisieren reagiert – sondern mit einem Bündel von Maßnahmen für Demokratie und Menschenrechte und gegen faschistoide und rassistische Tendenzen. Auch die Barnimer Kampagne „Light me Amadeu“ sei eine der Reaktionen. „Straßennamen geben und ermöglichen Orientierung, im direkten wie im übertragenen Sinne. Es ist an der Zeit, eine Straße nach Amadeu Antonio zu benennen, am besten zu oder vor seinem 50. Geburtstag“, sagt Dieter Gadischke.

Für Eberswaldes Bürgermeister Friedhelm Bogingski ist die Initiative mehr als löblich. „Auch wenn es in der Stadt wie überall im Land leider noch immer rechtsextremes Gedankengut gibt, setzt eine deutliche Mehrheit der Einwohner auf Weltoffenheit und Toleranz“, betont er. Mit dem Umbenennungsvorschlag sollte sich seiner Auffassung nach umgehend der Kulturausschuss befassen. „Ich werde die Aktion unterstützen, wo immer ich kann“, verspricht der Bürgermeister.

Für die in Eberswalde lebenden Schwarzafrikaner sei der Vorstoß, eine Straße nach Amadeu Antonio zu benennen, einfach toll, sagt Augusto Jone Munjunga, Vorsitzender des Afrikanischen Kulturvereins Palanca. „Für Ausländer ist es in der Stadt in den vergangenen Jahren leichter geworden. Aber bis wir hier und anderswo in Deutschland völlig ohne Angst vor rassistischen Pöbeleien und Übergriffen leben können, haben wir alle zusammen noch einen weiten Weg zu gehen“, sagt er.

„Eine Amadeu-Antonio-Straße in Eberswalde wäre ein wichtiger Beitrag wider das Vergessen“, findet auch Marieta Böttger, Beauftragte für Migration und Integration des Landkreises Barnim.

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