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Oliver Köhler 02.05.2011 21:13 Uhr
Red. Bernau, bernau-red@moz.de

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Kandidat veröffentlicht Stasi-Akte

Wandlitz (moz) Der Rechtsanwalt Frank Bergner (Die Linke) will in der Gemeinde Wandlitz Bürgermeister werden. Dafür macht er auch einen Teil seiner Vergangenheit öffentlich – und stellt eine Zusammenfassung seiner Stasi-Akte ins Internet.

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Erst Mitte nächster Woche soll Frank Bergner offiziell vom Wandlitzer Ortsverband der Linken nominiert werden. Doch schon jetzt macht der 46-jährige Basdorfer auf seiner Internetseite Wahlkampf. „Wandlitz 2030“ heißt das Programm, mit dem er an den Start gehen will. Auch seinen Lebenslauf hat er in diesem Zusammenhang veröffentlicht – und seit der vergangenen Woche auch Auszüge aus seiner Stasi-Akte.

Dieser ist zu entnehmen, dass Bergner zwischen 1983 und 1985 seinen Wehrdienst in der Wach- und Sicherungseinheit der Bezirksverwaltung Frankfurt (Oder) des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) als Wach- und Sicherungsposten leistete.

Rund 400 Seiten hat die Akte insgesamt, 290 wurden Bergner ausgehändigt. Darunter über 
60 Seiten Gesundheitsunterlagen, Zeugnisse, Bewerbungsunterlagen für das Kriminalistikstudium, Einschätzungen der Schule, des FDJ-Sekretärs etc. und viele Zwischenbeurteilungen des MfS. Die Schlussbeurteilung der Hauptabteilung Kader und Schulung des MfS sowie eine Einschätzung der Kreisdienststelle Bernau des MfS, wie mit ihm weiter verfahren werden soll, also insgesamt 16 Seiten, hat Bergner ins Netz gestellt. Darin analysiert wird neben Bergners Charakter („interessiert“, „trotzig“, „frech“, „Einzelgänger“)
auch das Verhältnis zu seinem Vater sowie seiner damaligen Freundin.Wegen der Beziehung zu ihr wurde er entlassen.

„Ich will damit jedem Wähler die Möglichkeit geben, sich sein eigenes Bild über meine frühere Tätigkeit machen zu können“, erklärt er, warum er sich zu diesem Schritt entschlossen hatte. Allerdings sei er auch schon immer offen mit seiner Vergangenheit umgegangen.

Einen Antrag auf Akteneinsicht stellte er allerdings erst im Dezember 2009. „Da ich ja wusste, was ich getan habe und was nicht, war mir dieser Schritt nie wichtig gewesen“, erklärt er. Einblick bekam er nun in der vergangenen Woche.

Dass die Reaktionen auf seine Veröffentlichungen auch im Hinblick auf seine Einschätzung durch das MfS negativ ausfallen könnten, davon hat Bergner bislang nichts bemerkt. Sicherlich seien manche Charakterzüge nicht gerade positiv bewertet worden, sagt er. Allerdings seien nicht alle Fakten zutreffend. Zudem habe er sich in den vergangenen 20 Jahren weiterentwickelt. „Ich denke, dass ich mich durchaus selbst reflektieren kann“, so Bergner weiter.

Die Reaktionen anderer Barnimer Politiker auf seine Veröffentlichungen fallen durchaus unterschiedlich aus. „Es ist mutig und ein Zeichen von Transparenz“, sagte etwa Sebastian Walter, Kreisvorsitzender der Linken im Barnim. Es zeige, dass sich Frank Bergner offen mit dem Thema auseinandersetzt. Es sei auch nachzulesen, dass er durchaus seine Probleme mit der Stasi hatte, sogar entlassen wurde. Der Kreisverband stehe hinter Bergners Entscheidung, so Walter weiter.

Bei den Genossen von der SPD gibt man sich etwas zurückhaltender. „Mir kann niemand erzählen, dass das alles nur nette Menschen waren“, erklärte etwa der Kreisvorsitzende Daniel Kurth. Zwar begrüße er den Schritt. Allerdings müsse sich Bergner auch fragen lassen, was denn aus seiner Veröffentlichung überhaupt hervorgehe. „Es ist doch zynisch, dass wir jetzt den Akten derjenigen glauben, die wir bekämpfen.“

Ähnliches ist auch aus dem Vertrauenesgremium des Kreistags zu hören, das sich in dieser Woche noch mit dem Thema beschäftigen wird. „Es ist doch merkwürdig, dass ausgerechnet die letzten Tage thematisiert werden“, sagte ein Mitglied gegenüber der MOZ.

Der CDU-Kreisvorsitzende Uwe Liebehenschel hat zumindest „kein Problem“ mit der Veröffentlichung. „Hut ab vor dem Mut, aber was will er damit bezwecken?“, fragt er.

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