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Sabine Steinbeiß 04.05.2011 21:01 Uhr
Red. Bad Freienwalde, freienwalde-red@moz.de

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Mauerkronen 
an Marienkirche gesichert

Wriezen (moz) An der Ruine der Marienkirche in Wriezen hat der zweite Bauabschnitt begonnen. Die Arbeiten am Fundament sind fast abgeschlossen, jetzt geht es in die Höhe. Schwerpunkt ist die Apsis. Der Chorraum, direkt an den Marktplatz angrenzend, soll umfangreich saniert werden.

  Hilfe des Baggers: Dietmar Heger, Mitarbeiter der Firma Märkisch Grün, setzt eine Steinstufe für die Treppe an der Sankt Marienkirche Wriezen. An der Nordseite der Ruine wird eine Rampe für einen stufenfreien Zugang gebaut. © MOZ/Sabine Steinbeiß

Die schweren Bohrhammer dröhnen, Gesteinsbrocken fallen aus der Höhe hinab. Die Bauarbeiter müssen bis zu sieben Steinreihen abtragen. „Die Wettereinflüsse haben ganze Arbeit geleistet“, sagt Thomas Hengelhaupt, Bauleiter der Firma Pressbau aus Erfurt. Zwar sei der Mauerabschluss mit einem Blech geschützt gewesen, aber der Zahn der Zeit konnte ungestört 65 Jahre lang nagen.

Doch nicht nur die Mauerkronen sind marode, auch an den Pfeilerabdeckungen müssen verwitterte Steine ausgetauscht beziehungsweise der Zement herausgebrochen werden. Zwar wurde an der Ruine schon ein wenig ausgebessert, aber mit dem falschen Werkstoff.

„Wir verwenden Mörtel“, zeigt der Bauleiter auf. Dieser sei vor Baubeginn analysiert worden. Anschließend habe man Proben angelegt, ehe die Empfehlung für die Marienkirche ausgesprochen wurde. Und damit die Apsis später ein einheitliches Bild abgebe, werde auch der alte Zement entfernt. Die handgeformten Klostersteine sind schon im vergangenen Jahr in Auftrag gegeben worden. Die erste Lieferung wird bald in der Oderbruchstadt ankommen.

Friedhelm Zapf ist mit dem Baufortschritt zufrieden. Der Alt-Landrat des Kreises Bad Freienwalde ist als Koordinator für die Sicherung der Marienkirche zuständig. Während die Erfurter Firma in der Höhe arbeitet, bleiben die Mitarbeiter von Märkisch Grün lieber auf dem Boden. Der Zugang zur Notkirche ist schon fertig gepflastert, jetzt liegt der Schwerpunkt auf der Nordseite des imposanten Gebäudes. An dieser Stelle ist die Erde auf das Originalniveau abgetragen worden. Ein barrierefreier Zugang ermöglicht später Rollstuhlfahrern und Besuchern mit Rollatoren einen einfachen Zugang zum Innenraum. Die Mitarbeiter müssen sich ordentlich ins Zeug legen – bis Ende dieser Woche sollen die Steine komplett verlegt sein. Während es an der einen Seite glatt in die Tiefe geht, ist an der anderen Seite eine Treppe entstanden. Dietmar Heger setzt gemeinsam mit dem Baggerfahrer die vorletzte Treppenstufe ein.

Der Koordinator der Bauarbeiten sieht den Baufortschritt mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Zum einen ginge es 66 Jahre nach Kriegsende endlich mit der Sanierung des Gebäudes mitten in der Innenstadt voran, zum anderen sei aber die Idee eines Daches wieder etwas in die Ferne gerückt. „Nur für die Schließung benötigen wir rund 1,5 Millionen Euro. Die nächste Förderperiode der Europäischen Union beginnt erst 2013. Dann sind da noch die Eigenanteile“, zeigt er das Problem auf.

Das große Ziel des Fördervereins ist die Umsetzung eines Architektenwettbewerbes. Gewinner ist das Planungsbüro Pro3 aus Seelow. Der Entwurf sieht einen multifunktionalen Raum vor, in dem nicht nur Gottesdienste, sondern auch Ausstellungen, Lesungen, Konzerte und Theateraufführungen stattfinden können. Doch ehe es soweit ist, werden noch einige Jahre ins Land gehen. Der größte Wunsch aller Beteiligten wäre, dass nach Abschluss der zweijährigen Sicherungsarbeiten gleich am Dach weitergearbeitet werden könnte.

Der Förderverein Marienkirche unterhält ein Spendenkonto bei der Raiffeisenbank Wriezen, Konto 434 66 53, BLZ 170 924 04, Stichwort: Marienkirche

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