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Musiker zwischen Klangwelten

© Foto: MAtthias Wagner
Matthias Wagner / 08.05.2011, 18:30 Uhr
Eberswalde (In House) Mehr als 60 Gäste lauschten am Sonnabend in der Zainhammer Mühle den ungewöhnlichen Klängen der Kompositionen von Jean Pacalet. Auf Einladung des Barnimer Künstlers Andreas Bogdain gastierte der französische Akkordeonvirtuose nach 2001, das zweite Mal in der Mühle.

In einem kurzen Grußwort gab Bogdain seiner Freude über das erneute Gastspiel seines Freundes Ausdruck. So voll sei die Mühle schon lange nicht mehr gewesen, schwärmte auch Mühlenvereinsvorsitzende Veronika Brodmann. „Vor zehn Jahren sprach ich zwei Worte deutsch. Heute sind es schon vier bis fünf“, begrüßte Pacalet die Gäste. Tatsächlich spricht der Sechzigjährige allerdings gut deutsch.

Zu Beginn war eine Komposition über eine Reise durch Frankreich zu hören. Eine Straße am Meer, die Cote d´Azur, Paris. In ungewöhnlichen, aber ausdrucksstarken Klangbildern verstand es Pacalet, seine Zuhörer mitzunehmen und eintauchen zu lassen in sanfte Landschaften und endloses Meer. Dieser Funke, dieses spontane Nach- und Mitempfinden zog sich durch das gesamte rund anderthalbstündige Programm. Ob Stücke für Kinder, wie die musikalische Geschichte vom Schmetterling oder der Koralle, zwei Stücke aus dem Zyklus “Sieben” oder den traummalerischen und sphärischen Klängen der “Landschaften unter dem Meer”. Alles Meisterwerke der Sensibilität und des virtuosen Könnens des Musikers. Fast meinte man das Salz auf den Lippen zu schmecken, wenn Pacalet mit dem Balg seines Instrumentes die Brandung des Mittelmeeres intonierte. Und auch die Variationen über das alte, deutsche Volkslied von der Loreley fanden begeisterten Applaus. Genau wie die Bearbeitung eines Bachchorals, die anlässlich seines ersten Aufenthaltes in der damaligen DDR 1975 entstanden.

Zum Abschluss war eine Hommage an Eric Satie zu vernehmen. Anhaltender Beifall forderte begeistert Zugaben und Pacalet kam dem bereitwillig nach. Am Ende dankte er Andreas Bogdain für die Einladung und lud die Gäste ein, mit ihm ein Glas Wein zu trinken.

„Ich bin hin und weg“, sagte Martina Stegmann aus Ruhlsdorf. Und auch Susanne und Alexander Konopatzky aus Hohenfinow hatte es gefallen. Hannes Sturm aus Lichterfelde fand, dass die Musik ein wenig zu sehr auf den Künstler selbst geprägt war. In einem Schlusswort sagte Veronika Brodmann, sie würde sich freuen, Jean Pacalet in zehn Jahren wieder begrüßen zu können – zum 30. Bestehen der Mühle und zum 70. Geburtstag des Künstlers.

Der Sonnabend wurde bereits am Vormittag mit Akkordeonklängen eröffnet. Bei der 200. Ausgabe von „Guten-Morgen-Eberswalde“ gastierte Luciano Biondini auf dem Ebeswalder Marktplatz. Zahlreiche Besucher nahmen die Gelegenheit wahr, um den italienischen Virtuosen zu hören. Zu Beginn des Jubiläumskonzertes fanden Landrat Bodo Ihrke sowie der stellvertretende Bürgermeister Lutz Landmann Worte des Dankes und der Anerkennung. „Ich fühle mich in meiner Arbeit bestätigt“, sagte Organisator Udo Muszynski.

Fast alle Unterstützer und Förderer der traditionellen Veranstaltungsreihe waren gekommen und der große Besucherandrang sprach für sich selbst.

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