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Manja Wilde 13.05.2011 07:45 Uhr
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Dauerhaft im Ausnahme-Zustand

Woltersdorf (moz) In den Kindertagesstätten der Gemeinde Woltersdorf werden 103 der 569 Kita-Kinder mit Ausnahmegenehmigungen betreut. Seit Jahren betreibe man die Infrastruktur „mit einer 120-prozentigen Überbelastung“, sagt Sozialamts-Leiter Hannes Langen. Am Mittwochabend befasste sich nach dem Hauptausschuss auch der Sozialausschusses mit dem Problem.

„Die Situation ist seit Jahrzehnten schlecht“, verdeutlichte Andrea Nöske, Leiterin der kommunalen Kita „Haus der kleinen Strolche“, bei der Sitzung. Immer bekomme sie zu hören, die Kinderzahlen sinken wieder. „Aber es kommt nie.“ Langsam breche der Stamm alter Mitarbeiter weg. Die Fluktuation bei Erziehern sei hoch. „Ich bekomme Leute, die der Belastung nicht standhalten, wieder gehen“, schildert Nöske. Der Arbeitsmarkt erlaube das.

Das ist nur die eine Seite, die andere ist, dass die Überbelastung „nicht mehr gesund ist, für die Kinder.“ 40 bis 50 Krippenkinder werden bei den „Strolchen“ betreut. „Dafür ist unser Haus nicht ausgelegt“, sagt Nöske. Zusätzlich stünden 45 Kinder auf der Warteliste. Weinende Mütter kämen zu ihr, weil sie keinen Platz bekommen. Bestechungsversuche gebe es. „Wir brauchen eine Lösung. Welche, weiß ich auch nicht“, gesteht Andrea Nöske.

Die Gemeindeverwaltung prüft derzeit, wie sich das Problem angehen lässt. Der Hauptausschuss hat jüngst beschlossen, 3000 Euro für die Erarbeitung von Varianten bereitzustellen. Hintergrund sind Fördermöglichkeiten bei der Schaffung neuer Krippenplätze für Kinder unter drei Jahre. Bis Ende Juni müsste solch ein Antrag eingereicht werden. Knapp 9000 Euro beträgt die Maximalförderung pro Platz. Favorisiert wird die Umnutzung bestehender Gebäude. „Wenn der Neubau der FAW-Schule fertig ist, und der Flachbau an der Weinbergstraße frei wird, könnte man den nutzen“, schlug z.B. Bürgermeister Rainer Vogel vor.

Für Andrea Nöske geht das nicht weit genug. Die Förderbedingungen würden die Plätze für zehn Jahre für die Krippe binden. Binnen kürzester Zeit kämen die vollen Jahrgänge aber in den Kindergarten, dann würde das Problem dort auftreten. Und laut Statistik solle es ab 2013 wieder weniger Krippen-Kinder geben.

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