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Weniger Fisch-Diebe erwischt

Ein seltenes Bild: Angler, die ohne gültige Papiere ihre Rute auswerfen, sind in der Oder-Spree-Region kaum noch anzutreffen.
Ein seltenes Bild: Angler, die ohne gültige Papiere ihre Rute auswerfen, sind in der Oder-Spree-Region kaum noch anzutreffen. © Foto: moz
Manja Wilde, Thomas Gutke / 24.05.2011, 19:40 Uhr
Fürstenwalde/Erkner (In House) Von Manja Wilde, Joachim Eggers und Thomas Gutke

Schlechte Zeiten für Schwarzangler: Genau 101 amtliche Fischereiaufseher wollen den Wilderern das Handwerk legen. Die Zahl der ertappten Fisch-Diebe ist seit dem Jahr 2000 drastisch zurückgegangen. Bis zu zwei Jahre Gefängnis drohen Schwarzanglern.

Sie hoffen auf den dicken Fang und werden alles los, wenn sie erwischt werden, die Schwarzangler. „Tatmittel und Beute können eingezogen werden“, sagt Polizeisprecher Detlef Lüben und verweist auf Paragraf 295 des Gesetzbuches. Dabei spiele es keine Rolle, ob schon etwas gefangen wurde oder nicht. „Die Tat beginnt mit der Tathandlung“, warnt der Polizeisprecher.

In Fürstenwalde wurden in diesem Jahr indes erst zwei Fälle registriert. „Aber die Saison geht ja erst los“, weiß Detlef Lüben. Im Vorjahr sahen die Zahlen für das erste Jahres-Drittel ähnlich aus, und am Jahresende gab es doch um die 50 Fälle in der Statistik.

Als Strafen drohen Buß- oder Verwarngelder, aber auch Anzeigen wegen Fischwilderei und Diebstahls bei der Staatsanwaltschaft. Laut Fischereigesetz des Landes können Ordnungswidrigkeiten mit Geldbußen von bis zu 50 000 Euro und bis zu zwei Jahren Gefängnis geahndet werden.

Die Polizei wirkt allerdings nur unterstützend bei der Kontrolle von Anglern. Die Oberaufsicht im Landkreis hat die untere Fischereibehörde. Zwölf Strafanzeigen hat sie in diesem Jahr bereits gegen Schwarzangler gefertigt, sagt Sachbearbeiter Klaus Uschmann. Im gesamten Jahr 2010 waren es 18 solcher Anzeigen. Ganz anders sah es noch vor zehn Jahren aus. Da wurden im Landkreis 125 Strafanzeigen wegen Fischwilderei/Diebstahl erstattet und 191 Ordnungswidrigkeits-Verfahren durchgeführt. Uschmann führt den starken Rückgang auf „den unermüdlichen Einsatz der Fischereiaufseher“ zurück. Derzeit kontrollieren genau 101 dieser amtlich verpflichteten Personen, ob Angler alle nötigen Unterlagen bei sich führen.

Für Axel Wüstenberg von Fürstenwalder Anglerverein 1919 ist Schwarzangeln kein erkennbares Problem mehr. „ Schwarze Schafe gibt es natürlich immer wieder, und die sollten auch bestraft werden“, findet Wüstenberg. Denn heutzutage sei es eigentlich sehr einfach, einen Angelschein zu machen. „Da ist es für mich nicht nachzuvollziehen, wenn man noch ohne Angelschein angelt.“

Ähnlich sieht das Jürgen Pirke, der Vorsitzende des Kreisanglerverbandes Fürstenwalde Stadt. „Es gibt immer mal wieder ein paar Migranten, die sich nicht an die Regeln halten“, meint Pirke. „Landsleute“ hingegen würden die Strafen kennen und fürchten, die ihnen drohen. Eine harte Bestrafung der Schwarzangler findet Pirke grundsätzlich in Ordnung. „Schließlich bezahlen die Mitglieder der Angelvereine sehr viel Geld für ihr Hobby“.

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