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Stefan Lötsch 10.06.2011 18:57 Uhr
Red. Eisenhüttenstadt, eisenhuettenstadt-red@moz.de

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Club Marchwitza 
in akuter Gefahr

Eisenhüttenstadt (moz) Die Arbeit im Club Marchwitza ist akut gefährdet. Nachdem dem sozio-kulturellen Zentrum im vergangenen Jahr schon die Mittel gekürzt wurden, steht ein weiterer, drastischer Einschnitt bevor. Der Trägerverein musste schon eine Kündigung aussprechen.

  Unsichere Zukunft: Um den Betrieb des Club Marchwitza aufrechtzuerhalten, fehlen 14 000 Euro. © MOZ/Janet Neiser

Die Finanzierung des Club Marchwitza in den Diehloer Bergen steht auf zwei Säulen. Zum einen zahlt die Stadt einen Zuschuss von 29 700 Euro, zum anderen erhält das sozio-kulturelle Zentrum 19 000 Euro von der KulturKlub-Stiftung, die 2006 gegründet wurde. Wobei das Finanzierungsmodell schon seit vergangenem Jahr nicht mehr stimmt. Die Stiftung zahlte 2010 weniger Geld, in diesem Jahr wird das Volumen noch weiter gesenkt.

Man habe ein Schreiben von dem Treuhänder der Stiftung, dem Eisenhüttenstädter Rechtsanwalt Rolf Henrich, erhalten, in dem der Stadt der Zuschuss für 2011 mitgeteilt wurde, sagte jüngst Frank-Uwe Gerlach, Fachbereichsleiter Kultur und Sport, im Kulturausschuss. „Es ist erheblich weniger, als beantragt wurde“, sagte Gerlach. Statt 19 000 Euro sind es nur noch 5000 Euro.

Sven Quenzel, Vorsitzender des Trägervereins InterKulturVielFarben und sachkundiger Bürger im Ausschuss, erklärte auf Nachfrage von Friedrich Schmidt (Die Linke), dass zum ursprünglichen Planansatz 14 000 Euro fehlen. „Die Schmerzgrenze ist unterschritten. Teile der Arbeit sind akut in Gefahr.“ Zum 1. Juli musste einer der zwei Mitarbeiter, die sowieso nur mit einer halben bzw. dreiviertel Stelle beschäftigt sind, gekündigt werden.

Frank-Uwe Gerlach sagte, dass man den Schwarzen Peter nicht der Stiftung zuschieben solle. „Sie hat über viele Jahre den Club unterstützt.“ Die Stadt wolle mit allen Möglichkeiten helfen, versprach Gerlach. Allerdings schloss er eine Möglichkeit aus: „Der Weg wird nicht sein, dass wir den kommunalen Anteil erhöhen.“ Die Stadt sei sich bewusst, dass der Verein in große finanzielle Schwierigkeiten komme, wenn die Kürzungen voll wirksam werden. Am Dienstag soll es ein Gespräch mit Bürgermeisterin Dagmar Püschel geben.

Allerdings spielt der Club Marchwitza auch im Haushaltssicherungskonzept der Stadt, in dem Einsparpotenziale im städtischen Haushalt aufgelistet werden, eine Rolle. Dort heißt es nebulös, dass die Verwaltung mögliche Konsolidierungs-Potenziale spätestens ab 2013 nach Auslaufen des gegenwärtig abgeschlossenen Betreibervertrages aufzeigen soll. Die Besucher des Clubs machen sich ihre eigenen Gedanken: „Das Grundstück soll begehrt sein“, sagte ein Abiturient.

Müsste der Club Marchwitza geschlossen werden, wäre dies die dritte Jugendeinrichtung seit 2007.

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