Frankfurt (moz) Touristische Landkarten ohne Frankfurter Angebote: Das Gebaren des Tourismusverbandes Seenland Oder-Spree stößt in der Stadtverordnetenversammlung auf Kritik. Stadtspitze und Verband haben indes Gespräche über eine künftige Zusammenarbeit aufgenommen.
Unter dem Impressum verschwunden: Wie auf dieser Rad-Karte sind Frankfurter Angebote in diversen Informationsmaterialien des Tourismusverbandes nicht berücksichtigt.
„Wir brauchen eine Mitgliedschaft auf Augenhöhe.“ Der Stadtverordnete Wolfgang Neumann (Linke) gehört zu den Verfechtern einer Zusammenarbeit im Tourismus über die Stadtgrenze hinaus. Seit 2006 gehört die Stadt dem Tourismusverband Seenland Oder-Spree nicht mehr an, in dem die Kreise Oder-Spree und Märkisch-Oderland zusammenarbeiten. Ergebnis dessen ist etwa die Publikation touristischer Landkarten, in denen Frankfurter Angebote nicht auftauchen – oder, wie auf einer Fahrradkarte gleich das Impressum an der Stelle gedruckt ist, an der eigentlich die Oderstadt liegt. Dass derartiges Informationsmaterial zum Teil auch noch mit öffentlichen Geldern finanziert wird, kritisiert Neumann besonders. „Da werden Sachen ohne Sinn und Verstand gefördert“, sagt er.
Beim Tourismusverband herrscht indes Verwunderung über den Frankfurter Ärger. „Man wollte es doch so“, sagt Geschäftsführerin Ellen Rußig und erinnert daran, dass die Stadt 2005 überraschend die Mitgliedschaft gekündigt habe. Sie wolle aber nach vorn schauen und hoffe, dass sich die Stadt wieder zur Mitgliedschaft entschließt. „Nur eine Kooperation wird es mit uns aber nicht geben“, verdeutlicht sie. „Man kann nicht nur ein Stück wollen.“ Der Verband brauche eine Grundfinanzierung, die über die Mitgliedsbeiträge zustande komme. Frankfurt hatte seinerzeit die Mitgliedschaft gekündigt, weil die Stadtverordneten der Auffassung waren, die Stadt werde durch den Verband nicht angemessen beworben und der Mitgliedsbeitrag sei zu hoch. Daran erinnerte der Stadtverordnete Frank Hammer jüngst im Wirtschaftsausschuss. „Wir kamen auch mit viel Geld auf den Karten nicht vor.“
Inzwischen gab es ein Gespräch über eine mögliche Zusammenarbeit zwischen Oberbürgermeister Martin Wilke (parteilos) und Verbandsgeschäftsführer Eckhard Fehse. Im Rathaus werde auch nach einer Möglichkeit zur Finanzierung des Mitgliedsbeitrages gesucht, berichtet Wirtschaftsreferent Sebastian Jarantowski. Die Stadtverwaltung strebe eine Vereinbarung an, in der die Mitgliedschaft künftig an Zusicherungen in Sachen Marketing geknüpft ist.
Es muss auf Urlauber schon zielich seltsam wirken, wenn auf touristischen Landkarten der Region Frankfurter Angebote einfach ausgeblendet werden. Wer hier zu Gast ist, möchte sich auch umfassend über die Gegend informieren.
Dass es nachvollziehbare Gründe für diese touristische Kleinstaaterei gibt, muss Besucher nun wirklich nicht interessieren. Aber die Verantwortlichen in der Region. Höchste Zeit, dass sich Stadt und Tourismusverband nun wieder aufeinander zu bewegen. Annette Herold
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