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Nane Retzlaff 17.06.2011 06:14 Uhr
Red. Uckermark, schwedt-red@moz.de

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Schall und Rauch in der Tabakfabrik

Vierraden. Schall und Rauch (moz) Der Ausdruck stammt von Goethe: „Gefühl ist alles; Name ist Schall und Rauch“, antwortet Faust auf Gretchens berühmte Frage nach 
der Religion. Schall und Rauch, das bedeutet für Peter Alexander Grodzki „Vergänglichkeit“. Zusammen mit 29 Kunststudenten der Universität Greifswald und der Kunstakademie Szczecin nimmt der 53-Jährige am Kunstworkshop in Vierraden teil. Gefördert wird die Projektwoche durch die beiden Hochschulen, die Stiftung für Deutsch-Polnische Zusammenarbeit und den polnischen Kunstverein Zacheta Sztuki Wspolczesnej sowie den Träger 
der Tabakfabrik kunstbauwerk.

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© Nane Retzlaff

Sechs Tage lang arbeiten die Studenten, davon 18 aus Polen, unter dem Motto „Schall und Rauch“ in und um die Tabakfabrik an eigenen Projekten. Untergebracht sind die Studenten in der alten Fabrikantenvilla auf dem Gelände. Agata Zbylut von der Kunstakademie Szczecin hatte die Idee, den gemeinsamen Workshop dort stattfinden zu lassen. „In Vierraden und speziell in der Tabakfabrik zu arbeiten, ist sehr inspirierend“, erzählt auch Marcus Schramm begeistert. Gemeinsam mit Michael Soltau, ebenfalls von der Uni Greifswald, und Agata Zbyluts Kollegin Karolina Karpinczyk betreuen die beiden die Studenten bei ihren Projekten. Kommuniziert wird auf Deutsch, Englisch und Polnisch.

Am Montag wurde nach der Anreise sogleich das Thema bekannt gegeben. Den Studenten ist freigestellt, wie sie es gestalterisch umsetzen. Ausgerüstet sind die Studenten mit Computern, Beamern, Foto- und Videokameras. Auch bei den Materialien steht es den Studenten frei, zu wählen, zu kombinieren und auszuprobieren, traditionelle Medien wie Zeichnen und Malen mit computer-
gestützter Arbeit zu verbinden.

Peter Alexander Grodzki hatte schnell eine Idee. Aus Backsteinen baute er ein Regal, in das er Einmachgläser stellte. Seine Mitstreiter sollen aus weichem Ton Formen kneten, die ihre Gedanken widerspiegeln. Anschließend werden diese in die Gläser geworfen und Freitagabend vor Publikum mit Wasser übergossen: Die Formen, die darin eingebundenen Gedanken und Emotionen lösen sich auf, verflüchtigen sich. „So will ich Vergänglichkeit darstellen“, erzählt der 53-jährige Kunststudent.

Andere waren derweil noch am Grübeln. „Wir sind alle noch am Überlegen, was wir machen werden“, berichtet Tina Sivda (24) aus Stettin. Die polnischen Studenten waren zudem vor die Frage gestellt, was denn „Schall und Rauch“ überhaupt bedeutet. „Diesen Ausdruck gibt es im Polnischen nicht. Er ist nur schwer zu übersetzen“, erzählt Patryk Paluszek (24). Gemeinsam mit den anderen Teilnehmern hatte er zunächst die Umgebung erkundet, um nach Inspirationen zu suchen, war aber wie seine Kommilitonen anfangs noch ratlos. In jedem Fall wollte er gerne ein gemeinsames Projekt mit den anderen Teilnehmern entwerfen. „Wir hatten ja auch den Anspruch, dass die Studenten miteinander ins Gespräch kommen“, sagt Michael Soltau. „Das Thema sollte nur ein Anstoß sein, man muss zunächst gar nicht genau verstehen, was sich hinter dem Ausdruck verbirgt“, meint auch Marcus Schramm.

Theda Schillmöller (25) und Anna Müller (22) machten sich am Dienstag gleich an die Arbeit. In Schwedt hatten sie bei einem An- und Verkauf alte Bilder gekauft, die sie übermalen wollen. Auch einen kleinen Haufen toter Fliegen haben sie in der alten Fabrik gesammelt, den sie bunt ansprühen und in ihr Projekt integrieren werden. „Wir möchten Dinge nehmen, die wir vor Ort finden, die getreu dem Thema Vergängliches repräsentieren, und mit diesen arbeiten“, erzählen sie. Man darf gespannt sein, was die beiden und die anderen Kunststudenten heute Abend von 19 bis 22 Uhr dem Publikum in Vierraden präsentieren werden.

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