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Harriet Stürmer 21.06.2011 20:06 Uhr

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Strausberger Schlüsseldienstfirma gewinnt Rechtsstreit

Frankfurt (Oder) (moz) Dieser Tage ist der Rechtsstreit um einen Strausberger Schlüsseldienst (Märkisch-Oderland) zu Ende gegangen – mit gutem Ausgang für den Beklagten Detlef Herold. In erster Instanz hatte der Unternehmer den kürzeren gegen die Konkurrenz aus Düsseldorf gezogen.

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Nach dem Ende eines Rechtsstreits darf der Strausberger Diplom-Ingenieur Detlef Herold seinen 24-stündigen Schlüsselnotdienst auch weiterhin bewerben.

© MOZ/Gerd Markert

Im vergangenen Jahr reichte der Düsseldorfer Verband Deutscher Schlüsseldienste beim Frankfurter Landgericht eine Unterlassungsklage gegen einen Strausberger Schlüsseldienst ein. Der Verband wollte erreichen, dass Firmeninhaber Detlef Herold seinen 24-Stunden-Service nicht mehr bewirbt. Die Strausberger Firma nehme ihren Notdienst nicht durchgehend wahr, lautete der Vorwurf. Man habe mehrmals nachts angerufen. Die Anrufe hätte niemand entgegengenommen. Ein Anrufprotokoll würde dies belegen. Die Richter gaben dem Verband recht: Im Einzelfall müsse Herold mit einem Ordnungsgeld in Höhe von bis zu 250 000 Euro rechnen, wenn er sich nicht an die Vorgabe hält, die Werbung für seinen „24-Stunden-Service von Schlüsselnotdienst und Notöffnungen“ zu unterlassen.

Herold ging in Berufung. Die Verhandlung sollte vorm Brandenburgischen Oberlandesgericht stattfinden. Überraschenderweise hat das Gericht den Termin kürzlich aber aufgehoben, weil der Kläger die Klage zurückgezogen hat. „Ich bin froh, dass ich nicht aufgegeben habe“, sagt Herold. „Das Anrufprotokoll war gefälscht.“ Teilweise hätten die Zeiten nicht gestimmt. Oder das Bereitschaftshandy habe immer nur kurz geklingelt – „nicht mindestens zehnmal, wie vom Verband vor Gericht angegeben“. „Wenn mein Kollege oder ich rangegangen sind, war am anderen Ende schon wieder aufgelegt“, erinnert sich Herold. „Das Ganze ist eine Masche des Verbandes, der kleine Schlüsseldienste kaputt machen will, um selbst mehr zu erwirtschaften.“ Er habe im Umfeld des Chefs Christian Schaefer recherchiert. Dabei seien windige Geschäftspraktiken zutage gekommen. Adressen von Schlüsseldiensten würden frei erfunden, um Kunden weiszumachen, der Schlüsseldienst befinde sich in ihrer Nähe.

Der Name des Düsseldorfer Unternehmers taucht auch in einer aktuellen Studie des Online-Verbraucherportals Geld.de auf. Die Tester kommen dabei zum Schluss, dass die Branche „von zahlreichen unseriösen Unternehmen dominiert wird“. „Das Nachsehen haben all jene Anbieter, die ihr Geschäft seriös betreiben“, sagt Philipp Rössel von Geld.de. Bei dem bundesweiten Vergleich fanden die Tester heraus, dass über 67 Prozent aller Telefonbucheinträge zum Thema Schlüsseldienst auf lediglich sechs Prozent der Schlüsseldienste zurückgehen. „Einzelne Anbieter verfügen über bis zu 171 Telefonnummern“, sagt Rössel.

Das System dahinter funktioniert so: Eine Firma schaltet Dutzende oder Hunderte Telefonnummern, die zu einem Callcenter führen. Von dort aus wird ein Monteur, der sich in der Nähe befindet, beauftragt. Dieser Monteur arbeitet meist auf Provisionsbasis für den Vermittler.

Allein Schaefer habe den Testern gegenüber angegeben, über rund 100 Firmen zu verfügen, die alle im Verband Deutscher Schlüsseldienste aktiv seien, sagt Rössel. Auf die Frage, wie viel denn eine Türöffnung bei einem seiner Unternehmen koste, habe Schaefer unumwunden gesagt: „Rund 159 Euro plus 50 Prozent Notdienstaufschlag ab 18 Uhr und 100 Prozent Aufschlag ab 22 Uhr.‘‘ Selbstverständlich kämen da aber noch 19 Prozent Mehrwertsteuer und 30 Euro Anfahrtskosten drauf. Saftige Preise, wie Herold meint. Ein seriöses Unternehmen berechne im einfachsten Fall, wenn die Tür nur zugefallen ist, um die 70 Euro tagsüber.

• Verbraucherschützer raten, einen örtlichen Schlüsseldienst zu beauftragen. Größere Zusammenschlüsse von Schlüsseldiensten haben oft höhere Preise. Zudem kann es Kunden, die in Strausberg vor verschlossener Tür stehen, passieren, dass sie von einem Schlüsseldienst aus Mecklenburg-Vorpommern bedient werden und entsprechend länger warten.

• Vor der Beauftragung einer Firma sollte man sich über die Preise, Anfahrtskosten und eventuelle Zuschläge informieren. Wird eine Preisauskunft verweigert, etwa mit dem Hinweis, man müsse sich das Problem erst vor Ort ansehen, kann dies ein Hinweis auf Unseriosität sein.

• Zudem sollte man sich aus dem Telefonbuch nicht denjenigen auszusuchen, der die auffälligste Anzeige geschaltet hat oder unter allen Umständen auffallen will und deshalb schon am Anfang des Alphabets steht (AAA ...). Am besten sollte man sich einen Betrieb aussuchen, der einen Eigennamen in der Firma führt, der seine Anschrift mitteilt und der gegebenenfalls auf die Mitgliedschaft in einem Fachverband hinweist.

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