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Ein Lächeln auf den zweiten Blick

© Foto: Stefan Csevi
Eva-Martina Weyer / 24.07.2011, 18:15 Uhr - Aktualisiert 25.07.2011, 09:14
Schwedt (In House) Ein junges Galeriegewächs in Schwedt hat seine zweite Ausstellungseröffnung erlebt. Drei befreundete Schwedter haben eine ehemalige Werkstatt am Bootsweg 6 zum Ausstellungsraum für einen Sommer auserkoren. Die Galerie heißt „16303“. Dort zeigt Theaterfotograf Udo Krause, der zum Trio der Galeriemacher zählt, fotografische Geschichten.

Krause fasst die Bilder unter dem Titel „Zwischen Messerstich und Meditation“ zusammen. Dieser Titel ist doppel-, nein, vieldeutig. Denn natürlich sind auf den Bildern, die aus vielen Fotografien am Computer zusammengefügt und bearbeitet worden sind, Messerstiche zu sehen. Und natürlich kommt der Betrachter ins Staunen über das Handwerk Krauses und ins Grübeln über so manche Bildaussage. Man kann tatsächlich in Meditation versinken – oder aber erschrecken wie bei dem Bild mit den blutigen Herzen oder dem Engel mit herausgeschnittenen Flügeln.

Ein Markenzeichen von „16303“ soll sein, dass sich der jeweilige Autor während der Ausstellungseröffnung sehr viel Zeit für sein Publikum nimmt. So war es auch am Sonnabend. Udo Krause ging fast von Bild zu Bild und erzählte von dessen Entstehungsgeschichte.

So hat er die „Polarwölfe“ im Eberswalder Tierpark fotografiert und sie in das Motiv einer frostigen Winterlandschaft im Nationalpark gestellt. Die Herausforderung bestand für Krause bei diesem Bild wie auch bei seinen anderen Werken darin, die Motive so zusammenzusetzen, dass der Betrachter die Montage am Computer nicht sieht. Nicht selten kommen 40 bis 50 Stunden Arbeitszeit für so eine surreale Bildgeschichte zusammen. Und manchmal ist es ein Lächeln auf den zweiten Blick, zum Beispiel wenn der Betrachter eine Giraffe mit Zebrafell in einer Montage entdeckt.

Heidi Petzerling, Künstlerin aus Geesow und quasi Berufskollegin von Udo Krause, schrieb ins Gästebuch der Galerie: „Alle guten Wünsche zum Fortbestehen von 16303.“ Die drei Freunde indes sind alle berufstätig. Sie wollen es (vorerst) bei diesem einen Galeriesommer belassen – auch wenn sie bei Besuchern das Bedürfnis nach mehr geweckt haben.

Geöffnet Mittwoch, Samstag und Sonntag von 14 bis
18 Uhr. Nächste Ausstellungseröffnung am 20. August.

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micha-im-urlaub 25.07.2011 - 11:24:24

kunst ohne kommerz

cool, berichtet mehr über das, was aus dem rahmen fällt! was ich empfehlen würde: eine fotostrecke mit einigen bildern der ausstellung zum anfüttern, das wäre echte kunstförderung! grüße von der ostsee

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