Rüdersdorf . Die Gleichstellungsbeauftragte Manuela Kuban stellt zum Jahresende ihren Posten zur Verfügung. Mit dieser Ankündigung wartete sie bei der jüngsten Gemeindevertretersitzung auf. Die Arbeit lasse sich ehrenamtlich nicht so erfüllen, wie es nötig wäre, begründete sie.
Es wurde nicht der übliche Bericht, wie er nach dem Punkt in der Tagesordnung der jüngsten Gemeindevertretersitzung vielleicht zu erwarten gewesen wäre. Manuela Kuban verzichtete bewusst darauf, ihre in den vergangenen Monaten organisierten Aktivitäten aufzulisten. "Das finden Sie schriftlich in Ihren Unterlagen", sagte sie.
Zwar verwies sie darauf, dass Rüdersdorf eine der wenigen Kommunen mit unter 30 000 Einwohnern sei, die eine ehrenamtliche Gleichstellungsbeauftragte außerhalb der Verwaltung haben. Zudem findet sich auf den Beschlussvorlagen der Gemeindevertretung seit Jahren ein Punkt "Zur Gleichstellung". Diesen äußert die Verwaltung, Manuela Kuban prüfe stichprobenartig, erklärte Bürgermeister André Schaller.
Allerdings machte sie anhand weniger Beispiele deutlich, was aus ihrer Sicht noch nicht klappt. So stieß das neue Einkaufszentrum an der Bergstraße auf ihre Kritik. So sei die versprochene Rampe zum Weg Richtung Brückenstraße nicht gekommen, was es älteren Bürgern, Behinderten, Personen mit Kinderwagen und Radfahrern schwer mache. An der Ausfahrt stehe die Ampel mitten auf dem Fußweg und auf dem Gelände gebe es keinen vom Fahrbereich abgetrennten Fußweg, monierte sie weiter. Nicht zuletzt findet sie den Begriff "Spielplatz" für die beiden bisher aufgestellten Wippen unangemessen. Der Spielplatz ist nach ihren Messungen zudem deutlich kleiner ausgefallen als versprochen. "Laut Plan sollten es 112 Quadratmeter sein, aber es sind vielleicht fünf mal sechs Schritte", äußerte sie.
Auch bei der Diskussion um das Bürgerzentrum Brücke hakte Manuela Kuban ein. Die Gemeindevertreter dürften sich nicht hinter der Definition "freiwillige Aufgaben" verstecken. Im Plattenbaugebiet Brückenstraße/Friedrich-Engels-Ring werde eine langfristige Lösung gebraucht, argumentierte sie. Denn man müsse die Schwächeren aktivieren, damit diese soziale Kompetenz sammeln und gegebenenfalls trotz Armut verantwortungsbewusst leben könnten, erklärte die Rüdersdorferin, die im Beirat des Bürgerzentrums mitarbeitet.
Die Ankündigung des Rückziehers löste in der Gemeindevertretung allgemeines Bedauern aus. Patrick Adler (Linke) nahm sie zum Anlass, eine Diskussion über das Thema Soziales insgesamt anzuregen. Im Hauptausschuss am 11. Dezember soll nun das weitere Vorgehen beraten werden, kündigte der Bürgermeister an. Manuela Kuban sagte Nachfolgerin bzw. Nachfolger ihre Unterstützung zu.
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