Montag, 22. Dezember 2014
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Melanie Reinsch 03.08.2011 07:15 Uhr
Red. Uckermark, schwedt-red@moz.de

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Pflück mich!

Angermünde (moz) Ein Geheimtipp für Naschkatzen ist die Internetseite www.mundraub.org. Dort finden Obstjäger Früchte, Kräuter, Nüsse oder Gemüse, die keinem gehören. Auch rund um Angermünde gibt es solche Orte.

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Dick und prall glänzen sie in der Sonne, an einigen glitzern Wassertropfen an der Schale, nur so lange, bis das Wasser zu Boden fällt. In Hülle und Fülle hängen momentan Äpfel und Birnen an den Bäumen, die Äste so schwer, dass sie schon das taufeuchte Gras streifen. Einsam und verlassen wachsen sie ungestört am Wegesrand. Nur ein paar Vögel ruhen auf den Früchten, picken hin und wieder und fliegen davon.

Dass hier in Welsow am Bruchhagener Weg die Birnen schon fast erntereif sind, wissen wohl die wenigsten. Wahrscheinlich nur die Welsower oder die Besucher der Internetseite www.mundraub.org. Denn dort können Obsthungrige auf einer Karte nach Früchten im öffentlichen Raum suchen oder Fundstellen auf der Plattform eintragen. Die Organisatoren möchten damit in Vergessenheit geratene Beeren, Nüsse, Kräuter, Gemüse und Obst wieder ins Bewusstsein der Bewohner bringen. Bevor ein Schatzsucher jedoch die interaktive Seite nach wildwachsender Nahrung durchkämmen darf, muss er erst ein paar allgemeine Mundraub-Regeln akzeptieren. Andernfalls bleibt die Seite für ihn verschlossen. Diese verlangen Behutsamkeit im Umgang mit der Natur und Rücksicht auf Tiere, die dort leben. Ganz wichtig: Wenn Zweifel bestehen, dass die Bäume jemandem gehören und sie nicht „frei“ sind, gilt das Prinzip: Lieber Finger weg vom Obst. Zudem sollten Fruchtjäger dem Ort etwas zurückgeben – ein Gespräch oder einen Besuch im Hofladen um die Ecke.

Doch nicht alle Äpfel und Birnen sind schon genießbar, manche lassen den Pflücker beim genüsslichen Biss ins Obst noch das Gesicht verziehen. In Kerkow in der Görlsdorfer Straße muss man sich zum Beispiel noch ein wenig gedulden. Vor den Bahnschienen wächst eine richtige Birnen- und Apfelallee. In ein paar Wochen sollten die Früchte aber essbar sein. Eine Leiter oder gutes „Schüttelgeschick“ helfen beim Ernten – die Äste sind sehr hoch.

Auch hinter dem Ortsschild in Berkholz-Meyenburg an der Apfelallee wachsen grüne Prachtexemplare – im Reifeprozess. Daneben lachen Holunderbeeren, saftig und bordeauxrot. Die dürfen nicht direkt in den Mund wandern, roh ist das Obst leicht giftig. Es muss erhitzt werden, dann darf man das zuckerige Gelee aufs Brötchen schmieren oder den Saft trinken. Auch Pflaumenorte zeigt die Karte an, doch die kann jeder selbst aufspüren.

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