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Frische Farbe für den Altar der Wehrkirche

Sven Klamann / 13.01.2009, 08:00 Uhr
Neuendorf () Der um das Jahr 1615 herum errichtete Altar der Wehrkirche ist noch immer ein Blickfang. Doch dem Werk eines unbekannten Bildhauers fehlt an etlichen Stellen die Farbe. Das soll sich gründlich ändern.

"All unser Streben ist aktuell dem Ziel untergeordnet, das Geld für die Rekonstruktion des weit und breit einzigartigen Altars aufzutreiben", sagt Rudolf Hintze, der dem 34 Mitglieder zählenden Förderverein vorsteht, der sich seit knapp drei Jahren um den Erhalt des Gotteshauses im Oderberger Ortsteil Neuendorf kümmert. Die Kirchen-Unterstützer gehen davon aus, dass es zwischen 25 000 und 30 000 Euro kosten würde, die Farben aufzufrischen, zu ergänzen und zu erneuern. "Es ist ja nicht damit getan, in den erstbesten Baumarkt zu gehen und dort die gewünschten Anstriche zu erwerben", betont Rudolf Hintze. Vielmehr müssten die historischen Farben - vom gedeckten Beige bis zum leuchtenden Rot - von Hand gemischt werden. "Der Altar sieht nach getaner Arbeit vielleicht nicht viel anders aus - aber er wird wieder glänzen", hebt der Vereinsvorsitzende hervor.

Vor fast zwei Jahren haben die Neuendorfer mit einer Notsanierung den Verfall gestoppt, dem das Kunstwerk aus der Spätrenaissance bis dahin ausgesetzt gewesen war. Im Sommer 2007 hatten sich der Brodowiner Restaurator Volker Ehlich und von ihm angeleitete Kunststudenten aus Dresden und Potsdam der technisch anspruchsvollen Aufgabe angenommen, viele vom Zahn der Zeit angeknabberte Farbplättchen zu glätten und am Holz zu befestigen. "Allein diese Arbeiten haben mehrere Wochen in Anspruch genommen und alles in allem rund 7500 Euro gekostet", sagt Rudolf Hintze. Die evangelische Kirche, der Förderverein Alte Kirchen und der Denkmalschutz hätten mitgeholfen, den Betrag zusammenzubekommen. "Wir haben einen Eigenanteil von 2000 Euro beigesteuert", berichtet der Vereinsvorsitzende.

Der Altar in der Wehrkirche von Neuendorf sei nicht nur im ideellen Sinne wertvoll, findet Rudolf Hintze. Denn das 3,95 Meter hohe, 3,14 Meter breite und 0,54 Meter tiefe Kunstwerk aus Kiefer, Linde, Eiche und pappartigen Kaschierungen wird durch Gemälde geprägt, für die es in der Region kaum Beispiele gibt. Sein Zentralstück ist die Kreuzigung Christi. Darüber befindet sich eine Auferstehungsszene. Vier kleinere Bilder links und rechts vom Zentralbild zeigen die vier Evangelisten.

"Das alles kommt derzeit zwar unverkennbar gut erhalten, aber ein wenig matt daher", bedauert Rudolf Hintze. "Aber nach der Rekonstruktion wären die Gemälde in glänzenden Farben gewiss eine Wucht", betont er.

Einen Ablaufplan gibt es noch nicht. Die Neuendorfer haben sich das Ziel gesetzt, das Vorhaben innerhalb der nächsten fünf Jahre in Angriff zu nehmen. Jeder Euro, den sie bei den unterschiedlichsten Veranstaltungen in der Wehrkirche einnehmen, wird für den Eigenanteil gespart. "Im Februar werden wir über die Konzerte, Ausstellungen und Feste reden, zu denen wir in diesem Jahr einladen wollen, um für unsere Angelegenheit zu werben", kündigt der Vereinsvorsitzende an.

Bisher haben sich auf dem Konto der Kirchen-Förderer 3000 Euro angesammelt. Jede Spende ist ihnen willkommen.

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