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Frivol-lustige Weibergeschichten

. Fürstenwalde Humor vom Feinsten erlebten die Besucher der Dachetage der Kulturfabrik Fürstenwalde am Samstagabend. Zu Gast war Cathrin Alisch, promovierte Musikethnologin, Dozentin, Erzählerin, Musikerin und Journalistin mit ihrem Programm "Weibsbilder". Zu der Veranstaltung im Rahmen der Brandenburgischen Frauenwoche hatte die Stadtbibliothek eingeladen.

Als die Künstlerin die wenigen Männer unter dem Publikum erblickte, versprach sie, das Programm spontan zu verändern, denn, so ihre Begründung, "es gibt auch gehässige Ehefrauen".

Den Auftakt bildete ein karelisches Lied, Cathrin Alisch begleitete sich selbst dazu auf einer afrikanischen Marimba, einem dem Xylophon ähnelnden Instrument. Dieses Lied, von dem sie eine der 99 Strophen sang, erläuterte sie anschließend. Es handelte von einem Fischer, seiner jungen Frau und deren Schwiegereltern in einem kleinen, einsamen Ort - und den Verführungen, die entstehen können, wenn Gäste kommen, die von der großen Stadt erzählen. Und welche Aufruhr ein Spiegel bringen kann, ein Gegenstand, der den Menschen in der großen Abgeschiedenheit bis dahin nicht bekannt war... Die Künstlerin erzählte an diesem Abend unter anderem auch die Geschichte einer zänkischen Ehefrau und die eines Dienstmädchens aus dem Spreewald in Berlin zu Zeiten, als es noch kein Telefon gab. Sie machte sich über die Männer lustig, die angeblich gar nicht eitel sind und führte einen dieser Spezies vor, der sich, bekleidet nur mit seinem "Selbstbewusstsein", vor einem dreiteiligen Spiegel drehte und glaubte, sich aus dem gegenüberliegenden Haus von einer Frau beobachtet zu fühlen, die sich als Kleiderständer entpuppte.

Cathrin Alisch gab auch Lieder zum Besten, zu der sie Gitarre spielte und trug Stücke auf einer Geige vor. "Die Musik stammt gänzlich aus meiner Feder, die Texte nicht", erläuterte sie. Neben eigenen Liedtexten bediente sie sich unter anderem bei Kurt Tucholsky und Michael Ende. Alles schien ein bisschen märchenhaft, und doch mit Bezug zur Gegenwart. Die Künstlerin versprühte viel Witz und Charme. Sie wirkte bei allen Vorträgen ganz natürlich, gab sich mal lässig, mal listig, mal frivol. Doch nie war der Humor aufgesetzt.

Das Publikum genoss den Abend. Jeanette Klar aus Fürstenwalde schwärmte: "Ich kenne einige Frauengeschichten aus dem Fernsehen, aber nie habe ich etwas in dieser Art gesehen. Es ist einfach toll, fast ein bisschen spirituell, alles ein bisschen verträumt und verspielt." Kathrin Hofmann aus Glienicke hatte den Besuch in der Kulturfabrik als Dankeschön von ihrer Freundin Lena aus Fürstenwalde erhalten. Auch die Glienickerin war begeistert. "Das passt alles so schön zusammen, die Musik und die Erzählungen. Prima auch, dass sie das Publikum einbezieht."

Nach einer kleinen Zugabe verabschiedete sich die Künstlerin mit einem Wink mit dem Zaunpfahl: "Wer noch was bei seiner Schwiegermutter gutzumachen hat, ich habe noch die eine oder andere CD mitgebracht..."

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