Neubarnim/Seelow . Angespitzte Stümpfe und gefällte Bäume sind ein untrügliches Zeichen dafür, dass der Biber am Werk war. Während der Bestand der Nager vor etlichen Jahren noch auf einen kleinen Restbestand geschrumpft war, stieg er durch umfangreiche Schutzmaßnahmen und viel ehrenamtliches Engagement von Naturschützern wieder mehr und mehr im Oderbruch. Der wachsende Biberbestand stößt in der Region allerdings nicht immer auf Gegenliebe. Der Grund: Die Schäden, die die Tiere durch ihre ungewöhnliche Lebensweise anrichten, sind aus Sicht des Menschen enorm. Seit zwei Jahren etwa "wirtschaftet" der Nager auch auf den Grundstücken von Heinz Quick und Berthold Gust aus Neubarnim. Die beiden Männer haben mittlerweile zur Selbsthilfe gegriffen und die Kopfweiden hinter ihren Häusern mit grobmaschigem Draht umwickelt. Die Bäume, die an einem Graben wachsen, pflanzten die Neubarnimer vor mehr als zehn Jahren selbst an. "Wir haben viel Arbeit und Pflege in die Kopfweiden gesteckt", sagt Heinz Quick. "Es ist traurig zu sehen, dass sie jetzt innerhalb kürzester Zeit einfach gefällt werden und unsere Arbeit niedergemacht wird." Mit dem Draht versuchen sie die Schäden in Grenzen halten.
Schutzma▀nahme: Heinz Quick und Berthold Gust aus Neubarnim hoffen, dass der Draht den Biber abhõlt, weiter an den Kopfweiden zu nagen.Foto: MOZ/Mandy Timm
Mit dem Thema "Vernässung, Biber und Hochwasserschutz im Oderbruch" beschäftigt sich auch der Verein "Wir im Oderbruch". Kürzlich hatten die Mitglieder Vertreter des Gewässer- und Deichverbandes, kurz GEDO, Bibermanagerin Antje Reetz, Landwirte und Bürger zu einem Informationsabend in das Landfrauencafé nach Groß Neuendorf eingeladen. Dabei ging es vor allem um die Bibersituation im Oderbruch und darum, auf das Konfliktpotenzial aufmerksam zu machen. "Da sich der Biber im Oderbruch in den vergangenen Jahren stark vermehrt hat, werden die Folgen immer deutlicher sichtbar", sagte WiO-Vorsitzender Mario Forner. "Das hat sich auf der Infoveranstaltung besonders gezeigt. Viele Anwesende haben sich über die oft negativen Einflüsse geäußert. Dabei wurde auch deutlich, dass sich viele Leute mehr Unterstützung von der Landesregierung wünschen. Die gibt es aber bislang kaum."
Bibermanagerin Antje Reetz schilderte die aktuelle Situation im Oderbruch. Sie ist in der Region die Ansprechpartnerin, wenn es um Fragen zum Thema Biber geht. Bereits in ihrer Diplomarbeit hat sie sich ausführlich mit dem "Biber im Oderbruch" beschäftigt. Seit ein paar Monaten sammelt und dokumentiert die Biberexpertin Schadensmeldungen von Landwirten und Bürgern. "Wo die Reviere der Biber liegen, das können wir mittlerweile ziemlich genau orten", sagt sie. "Was bislang fehlt, ist die genaue Situation der Schadensfälle." Deshalb sind Bürger aufgerufen, sich an die Bibermanagerin zu wenden und Schäden, die durch die Nager entstanden sind, zu melden. Die Fakten sollen bis zum Jahresende gesammelt werden. Das Ziel ist laut Bibermanagerin Reetz, mit den Zahlen an die Landesregierung heranzutreten.
Kontakt: Antje Reetz, Bibermanagerin des GEDO, Tel.: 033456 2245; mobil: 0152 21894999; E-Mail: antje-reetz@gedo-seelow.de
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