Eisenhüttenstadt . Von Matthias Jöran Berntsen
Die Finanzierung des Eltern-Kind-Zentrums in der Kita Pusteblume ist gesichert. Es wird vom Land mit 20 000 Euro und vom Kreis mit 5000 Euro unterstützt. Die Eltern können mittlerweile zwischen elf Angeboten auswählen.
Im Rahmen eines offenen Spielplatztreffs bietet das Eltern-Kind-Zentrum in der Kita Pusteblume einen Großelternservice an. Junge Familien und Senioren können prüfen, ob sie sich gegenseitig helfen können. "Ein bisschen fühle ich mich als Navigator" sagte Rita Schamberger, Koordinatorin des Zentrums, auf einem Treffen mit Vertretern der Stadt und des Forums für Familie in der Kita. Die Idee des Großelternservices sei entstanden, weil junge Babysittern nach der Schule oft fortziehen, um einen Beruf zu erlernen. Dadurch verlieren die Kinder eine Vertrauensperson. Der Vermittlungsservice ist eines von derzeit elf Angeboten, die zum Teil kostenfrei sind. Zum Start vor drei Jahren waren es vier. Finanziert wird das Eltern-Kind-Zentrum mit 20 000 Euro aus der Landesinitiative "Soziale Stadt" und 5000 Euro vom Kreis und einem Eigenanteil der Stadt. Die Kommune übernimmt auch die Betriebskosten des Zentrums. Rita Schamberger ist zuversichtlich, dass die Unterstützung auch in den nächsten Jahren erfolgt.
Seit April gibt es auch einen Gestaltungskurs für Eltern mit Kindern von drei bis sechs Jahren. "Es ist bekannt, wie sich Farben und Kleister beim Spielen zu Hause auswirken, deshalb bieten wir das an", so Rita Schamberger. Aber nicht bei allen Angeboten kann der Nachwuchs dabei sein. Beim Kochkurs etwa würde er stören. Im vergangenen Jahr besuchten rund 1286 Erwachsene einen der Kurse, im Jahr zuvor waren es 1000. Hinzu kommen die Kinder. "Mittlerweile stoßen wir manchmal bereits an unsere räumlichen Grenzen", berichtete die Koordinatorin. Daher werde auf die Teilnehmerzahl der Kurse geachtet, damit ein Austausch unter den Eltern stattfinden kann. Das Zentrum arbeitet auch mit Experten etwa im Bereich Ernährungsberatung und Familienpsychologie zusammen. "Gerade in der kindlichen Trotzphase ist es wichtig, dass Eltern Unterstützung erfahren", so Rita Schamberger. Nicht nur Fragen im Umgang mit den Kindern sollen geklärt werden.
Mitarbeiter der Caritas informieren zum Beispiel über den Urlaubszuschuss des Landes für Familien. Auch Kontakte zu anderen Beratungsstellen werden im Zentrum vermittelt, so Koordinatorin Schamberger. Michaela Hänsel, Koordinatorin des Forums für Familie und Gleichstellungsbeauftragte der Stadt, forderte mehr Lobbyarbeit für Familien.
Eine Erklärung für den Anstieg der Fälle von Kindeswohlgefährdung in Eisenhüttenstadt konnten die Diskussionsteilnehmer allerdings nicht geben. Das Kreisjugendamt teilte in dieser Woche mit, dass deren Zahl von 33 im Jahr 2007 auf 79 im vergangenen Jahr anstieg."Die Verwaltung hat keinen direkten Zugriff in solchen Fällen, der liegt beim Jugendamt", sagte Bürgermeister Rainer Werner und wies darauf hin, dass dies ein gesellschaftliches Anliegen sei. Sozialplanerin Kathrin Fiegen plädierte dafür, noch genauer hinzuschauen. Auch gebe es eine Vereinbarung zwischen den Kindergärten und dem Jugendamt. Demnach seien die Einrichtungen angehalten, solche Fälle zu dokumentieren.
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