Letschin . An die Kompromissbereitschaft aller Beteiligten appellierte Ortsvorsteher Günter Fetting, bevor es am Mittwoch zur Abstimmung über die Standortfrage für den Gildebaum ging. Für das vom Verein "Wir im Oderbruch" (WiO) geplante weitere Wahrzeichen, mit dem die alte Handwerkskunst im Dorf gewürdigt werden sollte, waren drei Standorte zur Auswahl: vor dem Kino, der Raiffeisenbank und auf dem Alfred-Böhme-Platz. Favorisiert hatte der Verein WiO den Platz vor dem Kino. Ein Standort, der auch den Segen der unteren Denkmalbehörde bekommen hatte. Den Ortsbeirat hatte Vereinvorsitzender Mario Forner auf die Chancen hingewiesen, die auch für den Verein "Altes Kino" mit dem Gildebaum entstehen könnten: Gesellenfreisprechungen könnten vor dem Gildebaum stattfinden, die Festveranstaltung würde den Saal füllen und Gastwirten ein Zubrot bringen. Eine Fotoausstellung zum alten Handwerk, ein Biergarten und vieles mehr könnten zum Gildebaum gruppiert werden. Sollte die Entscheidung gegen den Standort ausfallen, würde sich der Verein aus Letschin mit dem Projekt zurückziehen. Dagegen hatte der Verein "Altes Kino" an den Ortsbeirat geschrieben, dass mit dem Gildebaum an dieser Stelle der Platz für das gerade erst angeschaffte Banner verloren ginge. Zudem würde der Bereich unnötig überlastet werden. Als baufachliches Problem ergebe sich zudem, dass sich vor dem Kino zu viele unterirdische Versorgungsleitungen und Entsorgungseinrichtungen befinden. Da das Fundament mindesten anderthalb Meter tief in die Erde müsse, sei das Errichten des Gildebaums dort kompliziert, so Ute Büttner vom Bauamt.
Gegen den Standort auf dem Alfred-Böhme-Platz sprach sich Ortsvorsteher Günter Fetting aus. Schließlich haben die Letschin dort den Herzogin-Amalie-Kirschbaum gepflanzt, der von der Schönheit Letschin künden soll.
Recht deutlich fiel das Votum im Ortsbeirat aus. Lediglich Peter Korff votierte für den Kino-Standort, die anderen vier Mitglieder stimmten für das Areal vor der Raiffeisenbank.
Bei einer außerordentlichen Vorstandssitzung noch am Mittwoch lehnte der WiO-Verein diesen Standort ab. Mario Forner informierte darüber, dass sich der Verein bereits im Vorfeld mit dem Ortsbeirat von Groß Neuendorf und dem Landfrauenverein über einen alternativen Standort in Groß Neuendorf verständigt hatte, falls der Standort vor dem Letschiner Kino abgelehnt würde.
"Wat dem eenen sin Uhl, is den andren sin Nachtigall", machte Groß Neuendorfs Ortsvorsteher Kai Herrmann keinen Hehl aus seiner Freude über die Letschiner Entscheidung. "Wir hatten uns schon mal den Standort ausgesucht. Unser Gildebaum kommt in die Ortsmitte", so Herrmann.
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